Plan zur Fischmarktrettung abgeblockt

Der Altonaer Fischmarkt lockt in guten Zeiten bis zu 10.000 Besucher aus Hamburg und dem Umland an Der Altonaer Fischmarkt lockt in guten Zeiten bis zu 10.000 Besucher aus Hamburg und dem Umland an Foto: Escape Filmproduktion/Mediaserver Hamburg

Bezirk Altona (28. August 2020, Markus Krohn) · Eine Mehrheit aus Grünen und CDU in der Bezirksversammlung Altona hat gestern Abend einen von SPD und FDP vorgelegten neuen Rettungsplan für den coronabedingt seit Mitte März geschlossenen Altonaer Fischmarkt abgeblockt – schon zum zweiten Mal!

Wolf Achim Wiegand, stellvertretender Bezirks-FDP-Fraktionsvorsitzender und Sprecher für Verbraucherpolitik ist fassungslos:  „Die Koalition der Bedenkenträger verhält sich fantasielos und bürokratisch. Das sozialliberale Konzept hingegen hätte einen Königsweg zum Überleben des Altonaer Fischmarktes für die Zeit gewiesen, bis die coronabedingten Abstandsregeln auslaufen. Die FDP ist schwer enttäuscht, dass die berühmte Hamburgensie wegen politischer Halsstarrigkeit nach über 300-jähriger Geschichte immer mehr in Gefahr gerät, abzusterben. Die teils seit Jahrzehnten an der Großen Elbstraße tätigen Marktbeschicker brauchen dringend Planungssicherheit. Schließlich ist der Altonaer Fischmarkt nicht nur eine hochbeliebte Touristenattraktion, sondern er hat auch eine ökonomische Funktion und ist eine Lebensgrundlage für viele Familien."

Die Marktbeschicker haben eine hohe Flexibilität ihrerseits deutlich gemacht, um eine schnelle Wiedereröffnung des Fischmarkts zu ermöglichen. So sind für sie geänderte (spätere) Öffnungszeiten ebenso denkbar wie ein Rotationsprinzip, um die Anzahl der Fischmarktstände niedrig zu halten, weiterhin wollen sie auf das traditionelle Ausrufen der Ware verzichten.

Bezirksverwaltung und einige Bezirkspolitiker befürchten einen Besucheransturm auf den am Sonntagmorgen veranstalteten Markt am Elbufer, der nicht gebändigt werden könnte. Allerdings ist die Clubszene auf St. Pauli derzeit coronabedingt geschlossen und das Alkoholverkaufsverbot auf St. Paul trägt dazu bei, dass die Nächte dort vergleichsweise ruhig verlaufen. Außerdem ist derzeit nicht mit einem Touristenansturm zu rechnen. Die Befürworter der zügigen Fischmarkt-Öffnung sehen ohnehin keinen Grund, warum Wochenmärkte wie der Isemarkt geöffnet bleiben dürfen, der Fischmarkt dagegen nicht.

Der Fraktionsvorsitzende der Altonaer Sozialdemokraten, Thomas Adrian, betonte: „Bei aller Notwendigkeit eines funktionierenden Hygienekonzepts kann es doch nicht sein, dass der Fischmarkt seit Monaten geschlossen ist, während vergleichbar große Wochenmärkte offen haben. Hier muss jetzt ganz schnell eine Lösung gefunden werden. Der Altonaer Fischmarkt ist eine Hamburger Institution, die wir schützen müssen!

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