Bürgermeister genießt Kaffee und Erdbeerkuchen in Lurup

  • Großer Andrang vor dem Abgeordnetenbüro von Frank Schmitt
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Nach einem anstrengenden Arbeitstag stärkte sich Bürgermeister Peter Tschentscher beim Sommerfest des SPD-Abgeordneten Frank Schmitt Nach einem anstrengenden Arbeitstag stärkte sich Bürgermeister Peter Tschentscher beim Sommerfest des SPD-Abgeordneten Frank Schmitt Foto: Markus Krohn

Lurup (9. August 2019, Markus Krohn) · Bürgermeister Peter Tschentscher brachte gute Neuigkeiten persönlich nach Lurup: Die S32 kommt – allerdings wollte er lieber nicht über das Fertigstellungsdatum sprechen – das liegt nämlich in weiter Ferne... trotzdem: ein ehrlicher, bürgernaher Bürgermeister präsentierte sich den Luruperinnen und Lurupern beim Sommerfest des SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Frank Schmitt. Die Gäste kamen mit dem Bürgermeister direkt ins Gespräch und offenbarte sich als kompetenter Politiker und aufmerksamer Zuhörer. Zudem genoss er das Bad in der Menge. Gegen die paar Regentropfen am späten Nachmittag setzten die Organisatoren der Luruper SPD Zelte und SPD-Sonnenschirme entgegen.

Gestern kam bereits SPD-Fraktions­chef Dirk Kienscherf in den Hamburger Westen. Die beiden West-Abgeordneten Anne Krischok und Frank Schmitt zeigten ih­rem Fraktionsvorsitzenden den Botanischen Garten. Anne Krischok ist auch Vorsitzende der Freunde des Botanischen Gartens. Heute nun lud Frank Schmitt zum alljährlichen Sommerfest in sein Frak­tionsbüro. Dass die Hamburger SPD-Prominenz wieder durch die Stadtteile zieht, zeigt, wie ernst die Sozial­demokraten den Wahlkampf für die Bürgerschaftswahl im Feb­ruar nehmen. Kein Wunder: Um­fragen sagen voraus, dass die SPD zwar wieder stärkste Kraft in der Hansestadt werden könnte, allerdings setzen Aus­sagen von Grünen-Chefin Fe­ge­bank oder Oppositions-An­greifer Weinberg über etwaige Koalitions-Rochaden nach der kommenden Wahl die Verant­wort­lichen Sozialdemokraten unter Druck.
Mit einem wesentlichen Thema könnte die SPD Stimmen im Hamburger Westen gewinnen: Der Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Dazu befragte DorfStadt-Herausgeber Markus Krohn den Bürgermeister:

DorfStadt-Redaktion: Herr Bür­­germeister, Sie kamen heute mit dem Auto nach Lurup – mit öffentlichen Ver­kehrsmitteln wäre das nicht so einfach… können Sie verstehen, dass die Luruper dringend eine Bahnverbindung brauchen?
Bürgermeister Peter Tschent­scher: Ja, deshalb planen wir jetzt auch eine neue S-Bahn­linie in den Hamburger Westen. Damit erhält Lurup eine direkte Anbindung an das leistungsfähige Schnellbahnsystem.

Wann sind Sie das letzte Mal Bahn gefahren?
Letzte Woche.

Jetzt gibt es ja die Idee, eine S-Bahnlinie nach Lurup und bis zum Osdorfer Born zu bauen. Wie lange wird es noch dauern, bis die Bahn tatsächlich fährt?
Es gibt nicht nur eine Idee, wir haben schon mit der Planung begonnen. Der erste Schritt, die Untersuchung zur technischen Machbarkeit und zum Strecken­verlauf, wurde gerade abgeschlossen. Trotzdem werden die weitere Planung und der Bau bis zur Inbetriebnahme noch viele Jahre dauern. Das wird wohl erst in den 30er Jahren soweit sein. Die heutigen U- und S-Bahnen wurden vor über 100 Jahren gebaut und werden bis heute jeden Tag von mehr als 1 Millionen Menschen ge­nutzt. Der Bau einer U- oder S-Bahn ist also ein Jahrhun­dert­projekt. Das sind große Zu­kunfts­investitionen, die sich aber langfristig lohnen, weil sie den Verkehr verbessern und umweltfreundlicher machen.
Bis die neue S-Bahn fertig ist, machen wir zugleich vieles andere, das die Mobilität und die Verkehrsanbindung der Be­wohner im Hamburger Westen verbessert. Ende des Jahres soll zum Beispiel eine neue Ex­press­buslinie X3 zwischen Osdorf, Lurup und der Innen­stadt den Betrieb aufnehmen. Schon letztes Jahr haben wir das Busangebot verbessert. Die Metrobuslinie 3 fährt jetzt morgens zwischen Bornkampsweg und Holstenstraße häufiger, und auf der Linie 2 werden öfter die großen Gelenkbusse eingesetzt.

Auch die Menschen in Rissen, Sülldorf und Iserbrook würden sich über eine bessere Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln freuen, auch wenn es ja schon eine S-Bahn gibt. Ein 10-Minuten-Takt zwi­schen Wedel und Blanke­nese wäre aber toll und würde den Öffentlichen Verkehr at­traktiver machen. Würden Sie sich auch dafür stark machen?
Der 10-Minuten-Takt der S 1 zwischen Blankenese, Iser­brook, Sülldorf, Rissen und Wedel ist bereits erheblich ausgeweitet worden. Das ist übrigens eine Herausforderung, weil diese Strecke leider nur eingleisig geführt wird. Die entgegenkommenden Bahnen müssen immer in den Bahnhöfen aufeinander warten, und das führt schnell zu Verzögerungen. Daher ist es umso wichtiger, dass die Strecke gut organisiert ist. Und ein durchgehender 10-Minuten-Takt ist von der ge­gen­wärtigen Nachfrage nicht gedeckt. Derzeit haben wir aber noch viele andere U- und S-Bahn-Projekte in Arbeit wie den Bau der neuen U5 und die Verlängerung von S-Bahnen in Gebiete, die noch gar keinen Schnellbahnanschluss haben.

Wie sehen Sie überhaupt die Entwicklung des Individual­verkehrs in den nächsten 10 Jahren?
Wir wollen den Anteil des Rad­verkehrs erhöhen und das Angebot an Bussen und Bahnen ausbauen. Das öffentliche Nah­verkehrsangebot soll so komfortabel werden, dass immer mehr Bürgerinnen und Bürger auf die tägliche Nutzung des Autos verzichten. Alle, die umsteigen, machen die Straßen frei für alle anderen: Fußgänger, Radfahrer und diejenigen, die noch Auto fahren wollen oder müssen - zum Beispiel Handwerker auf dem Weg zu ihren Kunden. Da­neben fördern wir die E-Mobi­lität, um Lärm und Luft­schad­stoffe zu verringern. Unsere U- und S-Bahnen fahren schon heute mit 100% Ökostrom. Ab 2020 beschaffen wir nur noch emissionsfreie Busse, die dann auch mit grünem Strom betrieben werden. So wird unsere Stadt klimafreundlicher und die Lebens­qualität steigt durch weniger Lärm und sauberere Luft.
Darüber hinaus entwickeln wir digitale Systeme zur besseren Verkehrslenkung und erproben neue Mobilitätsangebote, um den Service für die HVV-Kun­den zu verbessern. Der „ioki“-Dienst wird zum Beispiel derzeit in Osdorf und Lurup getestet. Es soll in Zukunft leichter werden, von der Bus- oder Bahn­station bis zur eigenen Haustür zu kommen.
Bis 2030 wollen wir durch eine Modernisierung und Angebots­ausweitung im öffentlichen Nah­verkehr einen sogenannten „Hamburg-Takt“ einführen. Da­mit garantieren wir allen Bürgerinnen und Bürgern in ganz Hamburg, innerhalb von 5 Minuten ein öffentliches Nah­verkehrsangebot zu erreichen. Dadurch kann man dann ohne Auto zu jeder Zeit komfortabel unterwegs sein und pünktlich ans Ziel kommen.

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