„Wir können trotzdem stolz auf unsere Leistung in der ersten Halbzeit sein“, betonte Sagebiel im Team-Kreis nach dem Abpfiff. Mit einer beeindruckenden läuferischen und kämpferischen Leistung hatten die Blankeneser den Dassendorfern vor der Pause kaum Räume für deren Kombinationsspiel gelassen. Und wenn doch einmal ein Ball auf sein Tor kam, war SVB-Keeper Marcel Köhler zur Stelle. So wurden die Seiten beim Stand von 0:0 gewechselt und Sagebiel erklärte, in der Kabine sei „als nächstes Etappenziel ins Auge gefasst worden, bis zur 60. Minute die Null zu halten, damit der Gegner offensiver werden muss und sich für uns Räume für Konter ergeben“.
Im Duell der Kapitäne ist Jan Ole Holst (SV Blankenese, rechts) hier vor Bekim Carolus (Dassendorf) am Ball. Der Ehrentreffer gelang dem SVB-Torjäger aber nicht. Foto: Jakob SchreiberDoch daraus wurde nichts. In der 53. Minute konnte die SVB-Abwehr eine hohe Dassendorfer Flanke – laut TuS-Trainer Özden Kocadal war dies „der erste Ball, den wir hoch in den Strafraum geschlagen haben“ – nicht richtig klären. Daraufhin gelangte er zu Okan Kurt, der von halbrechts aus einschoss. „Nach diesem 0:1 haben wir leider den Kopf verloren“, gab Sagebiel zu. Dies ermöglichte es dem Dassendorfer Sven Möller, innerhalb von nur vier Minuten einen Blitz-Hattrick zu schnüren: Erst traf der 35-Jährige von halbrechts in das lange Eck (55. Minute), dann überwand er den herausstürzenden Köhler von halblinks aus (56./Foto oben), ehe er eine hohe Rechtsflanke am langen Pfosten aus Nahdistanz einköpfte (58.).
Damit war die Partie entschieden und Sagebiel sinnierte: „Vielleicht haben wir uns zu sehr an dem Ziel, bis zur 60. Minute das 0:0 halten zu wollen, aufgehängt.“ Nachdem Köhler sich bei einem Schuss des Dassendorfers Fabian Graudenz mit einer guten Fußabwehr auszeichnen konnte (70.), baute der Oberligist seinen Vorsprung mit einem Doppelschlag auf 6:0 aus. Erst zauberte Johann von Knebel den Ball zu Graudenz, der von halblinks in die lange Ecke vollstreckte (70.); dann traf Tim Aldag den rechten Pfosten und den Abpraller versenkte Niklas Pietruschka aus abseitsverdächtiger Position, aber die Fahne von Schiedsrichter-Assistent Bastian Buß (VfL Pinneberg) blieb unten (72.).
Positiv war, dass die SVB-Kicker nicht aufsteckten, sondern weiter aktiv am Spiel teilnahmen. So hätten sie zumindest noch zum Ehrentreffer kommen können. Bei der besten Chance versuchte es der frisch eingewechselte Jiom Ral aber von links aus spitzem Winkel selbst, wobei er an TuS-Torwart Tobias Braun scheiterte, anstatt seinen Kapitän Jan Ole Holst zu bedienen, der in der Mitte freistehend nur noch hätte einschieben müssen (79.). „Schade – vor drei Jahren ist uns gegen TuRa Harksheide ein Tor gelungen“, erinnerte sich Sagebiel noch an das am 22. Juli 2022 mit 1:6 verlorene Pokal-Duell gegen den damaligen Oberliga-Neuling aus Harksheide. Mit dem größten Spiel vor zwölfeinhalb Jahren hatte Sagebiel übrigens das Pokal-Halbfinale am 8. Mai 2013 gemeint, in dem die Blankeneser dem FC Elmshorn mit 1:3 unterlagen.


