Heilungschance bei Hodentumoren steigt

  • Urologe der Asklepios Klinik Altona erhält höchste wissenschaftliche Auszeichnung der Deutschen Gesellschaft für Urologie
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Prof. Dr. Klaus-Peter Dieckmann bei der Preisverleihung Prof. Dr. Klaus-Peter Dieckmann bei der Preisverleihung Foto: PR/Asklepios Klinik Altona
Othmarschen (24. September 2019, PM) · Das Forschungsteam aus Prof. Dr. med. Klaus-Peter Dieckmann, Experte für Hodentumoren und Ärztlicher Leiter des Hodentumorzentrums Hamburg in der Asklepios Klinik Altona, und Wissenschaftlern der Uni Bremen wurden für Ihre langjährige Forschungsarbeit und der Entdeckung eines Tumormarkers für Hodenkrebs mit der höchste wissenschaftliche Auszeichnung der DGU – dem Nitze-Preis – geehrt. Der Preis wird für herausragende wissenschaftliche Leistungen in der experimentellen oder klinischen Urologie vergeben.
Nach langjähriger Forschungsarbeit hat das Team mit dem Urlogen Prof. Dr. med. Klaus-Peter Dieckmann einen wichtigen Tumormarker für Hodenkrebs im Blut entdeckt und dessen hohe Aussagekraft für eine frühzeitige und sichere Diagnostik, Therapie und Nachsorge in Studien belegt. Mit der Entdeckung dieser Markerstoffe gelingt nun mittels eines einfachen Bluttests die Früherkennung von Hodentumoren, der häufigsten bösartigen Tumorerkrankung bei jungen Männern.

Die häufigste Tumorerkrankung bei Männern zwischen 20 und 40 Jahren ist der Hodenkrebs, weshalb er auch als "der Krebs des jungen Mannes" bezeichnet wird. Etwa 4000 Männer erkranken jährlich deutschlandweit, allein in Hamburg sind es etwa 200 Männer pro Jahr. Die Zahl der Erkrankung steigt seit Jahren an. Der Grund dafür ist nicht bekannt, vermutet werden aber Umwelteinflüsse. Die Entdeckung des Tumormarkers und die Entwicklung eines Bluttests zum Nachweis durch das Forscherteam erleichtern nun nicht nur die sichere Früherkennung von Hodentumoren und damit die Heilungschancen, sondern ebenfalls die Beurteilung des Therapieerfolges und die oft langjährige Nachsorge. Bei Tumormarkern handelt es sich um messbare Substanzen, die von Krebszellen im Blut abgegeben werden und bei Krebs-Patienten erhöht sind.

Bereits 2012 konnte das Forschungsteam in der Vorstudie über den neuen Tumormarker bei Hodentumoren berichten. Das Ergebnis mehrjähiger Folgestudien ist nun ein Verfahren zur sicheren Bestimmung der Tumormarker. Der sogenannte Signalstoff M371 wird von den Hodenkrebszellen gebildet und in die Blutbahn ausgeschüttet. Die Urologen um Dieckmann konnten zeigen, dass bereits sehr kleine Tumore von weniger als 1cm Durchmesser den Signalstoff abgeben. „Dies ist ein großer Fortschritt“, so Dieckmann, „denn der M371 Test ist bei mehr als 90% aller Hodentumoren anwendbar. Die bisherigen Markerstoffe sind nur bei etwa 50% aller Patienten ausgeprägt. Der neue Test hilft bei der Früherkennung, bei der Ausbreitungsdiagnostik - hat der Krebs gestreut? -, bei der Feststellung des Therapieerfolges und vor allem bei der Früherkennung von Rückfällen. Wir denken auch, dass bei der Nachsorge viele der schädlichen, belastenden und teuren Röntgenuntersuchungen mit dem Test nicht mehr nötig sind.
In der Urologie der Asklepios Klinik Altona behandeln Prof. Dr. Dieckmann und das Team des Hodentumorzentrums jährlich etwa 80-100 Patienten mit allen Stadien des Hodenkrebses, wobei alle Chemotherapien und alle operativen Eingriffe hier durchgeführt werden. Nach dem Erfolg, über den auch das renommierte amerikanische "Journal of Clinical Oncology“ ausführlich berichtet hat, arbeitet das Forschungsteam nun daran, für die praktische Anwendung einen sogenannten „Labor-Kit“ zu erstellen, der dann bei Hodenkrebs-Patienten im klinischen Alltag anwendbar ist. Dies wird bereits Anfang des nächsten Jahres so weit sein.
Letzte Änderung am Dienstag, 24 September 2019 13:30
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