Platz für Reptilien an der Wedeler Au

  • Beim Aktionstag in der Sülldorfer Feldmark wurde ein Teil des Flusses renaturiert
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Die Landwirte der Region rückten mit schwerem Gerät an... Die Landwirte der Region rückten mit schwerem Gerät an... Foto: PR/Silke Ladiges
Sülldorf (19. Februar 2019, Konrad Matzen) • Das Wetter war prächtig, die Teilnehmer fröhlich – was will man mehr von einem Aktionstag in der Sülldorfer Feldmark?! Ein­geladen hatte der „Verein zum Erhalt der Kulturland­schaft e.V.“ und alle waren gekommen: die Landwirte und die Jäger, die freiwillige Feuer­wehr, der Wasserwart des Be­zirks­amts, der Reitverein Geest­hof, Garten- und Landschafts­bau Miles Zimmern, der Reit­verein Birkenhof, die Jagdge­nossen von Sülldorf und Ris­sen, Natur- und Landschafts­führerin Silke Ladiges, Thomas Eckhoff von der Nabu-Gruppe West, Mitglieder des Rissener Bürgervereins und vom Reit- und Fahrverein Sülldorf, Ver­treter des Bau­ern­verband Ham­burg und der Herbert Ehlers- Bauausführung.
In einer ersten „Lagerunde“ wurden die Aufgaben verteilt: zu sanieren war ein Abschnitt an der Wedeler Au, der Knick dort musste zurückgeschnitten, alte Silageballen sollten entsorgt werden. Alles, damit in der Folge zwei Brutbiotope für Reptilien in Wassernähe und in gut besonnter Lage geschaffen werden konnten.
Mit schwerem Gerät und der Kompetenz der Bauern ging die Arbeit schnell von der Hand: ein Trupp zog mit Traktor­un­ter­stützung die alten Rund­bal­len aus dem Gebüsch, entsorgte die Plastikumhüllung in einem bereitgestellten Container und verteilte dann das darin befindliche und inzwischen gut kompostierte Material per Dünger­streuer auf der Wiese. Zwei andere Teams schnitten den wild wuchernden Knick an der Au zurück, bargen alten Sta­chel­draht, sammelten Unrat und Kunststoffreste ein und schufen so freien Raum zum Anlegen der Biotope. Unter der fachkundigen Anleitung von Carl Hottenrott, Gewässer­be­auftragter des Bezirksamts, entstanden zwei komfortable „Wohn­häuser in sonniger Lage mit Wasseranschluß“ für Schlan­gen, Eidechsen und andere Reptilien: dicke Stämme im „Erd­geschoss“ sorgen für ausreichend geschützte Hohl­räu­me, eine Lage dünnerer Äste sorgt für Schutz gegen ungebetene Gäste und die Deckschicht aus Kompostmaterial bewahrt die Wärme und Feuchtigkeit. Im Frühjahr werden die ersten Bewohner hoffentlich einziehen.
Gegen Mittag war dank der vielen fleißigen Hände die gröbste Arbeit geschafft. Und als dann noch eine Gruppe des Rissener Bürgervereins auf ihrer Land­wirtschaft Erleben-Tour durch die Feldmark unter der Leitung von der Natur- und Land­schaftsführerin Silke Ladiges an der Baustelle Station machte, war auch der Rest bald erledigt und alle konnten sich bei Bier und Bratwurst über ein gelungenes Stück praktischen Naturschutzes freuen.
Ein kleiner, aber nicht minder wichtiger „Nebeneffekt“ der Aktion wurde am Schluss auf der Wiese sichtbar: Dort standen einträchtig beieinander Landwirte und Stadtbürger, die Jägerschaft und der NABU und waren sich einig im Ziel: dem Erhalt der einmaligen Kultur­landschaft in der Sülldorfer Feldmark.
Letzte Änderung am Mittwoch, 20 Februar 2019 14:31
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