Tell me, grounds. Kunst in Baurs Park
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Sep. 13
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Preis
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Vier ortsspezifische Arbeiten, ein Park als lebendiges Denkmal und ein Kunsthaus ohne Haus
Noch bevor das zukünftige Kunsthaus Baurs Park seine Türen öffnet, beginnt sein Programm unter freiem Himmel: Am 5. und 6. sowie am 12. und 13. September 2026 wird der denkmalgeschützte Baurs Park in Blankenese zum Ausstellungsort für „Tell me, grounds. Kunst in Baurs Park“. Die Künstler:innen Simone Karl, Julia Nordholz, elena victoria pastor und The New Liquidity entwickeln dafür vier neue ortsspezifische Arbeiten, die sich mit Erinnerung an und aus Blankenese, Schutz, Landschaft und mehrals-menschlichen Perspektiven auseinandersetzen.
Die Ausstellung ist Teil der ersten Hamburg Art Week „Crossing Currents“ und findet zeitgleich mit den Tagen des offenen Denkmals 2026 statt. Während das ehemalige Landhaus Baur von 1836, der sogenannte Katharinenhof, bis 2028 saniert und für seine künftige Nutzung als Kunsthaus Baurs Park vorbereitet wird, verschiebt sich der Blick vom geschlossenen Gebäude auf den Grund, auf dem es seit rund 200 Jahren steht.
Denn der Park war zuerst da. Georg Friedrich Baur ließ ihn ab 1802 unter Beteiligung des französischen Architekten und Gartenkünstlers Joseph Ramée als anglo-chinoisen Landschaftspark anlegen. Aus elf zusammengelegten Grundstücken entstand ein bis heute öffentlicher Ort der Begegnung. Viele seiner Bäume sind älter als das klassizistische Gebäudeensemble. Sie kommen aus aller Welt, haben Zeiten, Menschen und Veränderungen erlebt – und werden in „Tell me, grounds“ als Träger:innen von Geschichte neu befragt.
Ein Kunsthaus beginnt – ohne Haus
Was bedeutet ein Denkmal, wenn nicht nur Architektur Geschichte trägt? Wer oder was bewahrt die Erinnerung eines Ortes? Was erzählen Mauern – und was erzählen Bäume? Wem gehört eine Landschaft? Und wie entsteht ein Haus, wenn das Haus selbst noch geschlossen ist?
Tell me, grounds“ versteht Baurs Park in Blankenese nicht als Kulisse für Kunst, sondern als Akteur und Wissensspeicher. Die vier künstlerischen Positionen nähern sich ihm aus unterschiedlichen Richtungen: Sie hören Bäumen zu, untersuchen Strategien des Selbstschutzes, bringen Erfahrungen aus dem Amazonasgebiet mit den Bäumen Blankeneses in Beziehung und lassen die Geschichte des verschlossenen Katharinenhofs über Stimmen, Klänge und Erinnerungen nach außen treten.
Dabei geht es auch um eine andere Vorstellung von Öffentlichkeit. Das zukünftige Kunsthaus soll ein Ort sein, an dem Verbindungen über Kunst und Begegnung entstehen, indem auch Diskussion und Dissens stattfinden dürfen. Bereits jetzt wird dieses Prinzip erprobt – nicht durch Mauern, sondern durch gemeinsame Zeit im Park: beim Zuhören, Schreiben, Spazieren, Picknicken und im Gespräch.
Ein Ort im Werden
„Tell me, grounds“ markiert damit den Beginn des Kunsthaus Baurs Park in einem ungewöhnlichen Zwischenzustand. Nomadisch entsteht es dort, wo Geschichte, Landschaft, Kunst und Öffentlichkeit aufeinandertreffen.
Der Baum wird zum ersten Sinnbild dieses Übergangs: Er verbindet Sichtbares und Unsichtbares, Krone und Wurzel, Gegenwart und Zeiträume, die weit über menschliche Lebensspannen hinausreichen.
Wie ein zukünftiges Haus braucht auch ein öffentlicher Ort nicht primär Wände, sondern Beziehungen. „Tell me, grounds“ stellt deshalb Fragen, ohne sie abschließend zu beantworten: Was ist ein Monument? Wer speichert Geschichten? Welchen Denkmalwert haben Pflanzen? Wie kommunizieren wir mit einer Landschaft? Und welches Wir, welche Begegnungen und welche Schutzräume brauchen wir heute – für uns, für Künste und für Kulturen?
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Tell me, grounds. Kunst in Baurs Park
Mühlenberger Weg 33, 22587 Hamburg, Blankenese