Blankenese (28. Januar 2025, Markus Krohn) · Aus der spontanen Idee, Dennis Durant zum lebendigen Adventskalender am 20. Dezember ins The Don A Roma-Restaurant am S-Bahnhof Blankenese einzuladen, wird in 2025 ein regelmäßiges Event: Start war am 4. Januar, am 6. Februar und 6. März geht es weiter. Jeweils ab 19 Uhr zum Afterwork Swing & Soul. Ein lockerer Abend mit gutem Essen, guten Cocktails und Live-Musik im Don A Roma.

Dennis Rodney Durant wurde im Sommer 1970 in Baden-Württemberg als Sohn eines amerikanischen Vaters und einer deutschen Mutter geboren. Von Anfang an begleiten ihn Rhythmen von Diana Ross, die Jackson 5, Stevie Wonder oder James Brown. Bevor er seinen musikalischen Vorbildern folgt, besucht er die Schauspielschule in Karlsruhe. Danach sammelt er Bühnenerfahrungen in München, Zürich und zuletzt in Hamburg, wo er beim Musical „Der König der Löwen“ die Rolle des bösen Löwen Scar spielte. Anfang des neuen Jahrtausends wird er auf St. Pauli sesshaft und produziert erstmals seine eigene Musik. Mittlerweile tritt Durant mit seiner Band in ganz Deutschland und Europa auf.

Ein besonderes Highlight können seine Fans am 16. Mai auf dem Süllberg erleben. Durant und seine Band zelebrieren Soulklassiker und eigene Kompositionen. Mit seiner Band, die mit brillanten Musikern bestückt ist, brennt die Hamburger Formation ein Feuerwerk ab und lässt das Publikum nicht mehr von der Tanzfläche. Diese Band gehört in Norddeutschland zur 1. Liga des Souls! Und das Blankeneser Publikum liebt ihn. Wer ist dieser Mann? Die DorfStadt-Zeitung hat gefragt, warum ihn Blankenese nicht mehr loslässt…

 

Was war Ihre erste Begegnung mit Blankenese?

Das war während der Corona-Zeit. Musiker hatten ja damals wenig Möglichkeiten für Auftritte – und für mich ergab sich eine Möglichkeit beim lebendigen Adventskalender am Martiniblock. Meine Musik hat damals die Menschen berührt. Sie waren sehr dankbar dafür, dass ich für sie gesungen habe – und ich war dankbar, dass ich wieder singen konnte! Bei diesem kreativen Format habe ich Oliver Diezmann kennen gelernt und seitdem verbindet uns eine Freundschaft.

 

Was schätzen Sie am Blankeneser Publikum?

Das Publikum ist sehr interessiert an meiner Musik. Sie kommunizieren offen und geradeaus. Als ich damals nach Hamburg kam, sagte man mir, die Hamburger seien verschlossen. Aber das ist überhaupt nicht so. Im Gegenteil: Ich habe selten ehrlich herzlichere und musikbegeisterte Menschen erlebt. Diese offene Art gefällt mir sehr. Man schätzt hier die Qualität meines Vortrags. Man merkt, dass Blankeneser musikalisch gebildet sind und dass sie auch anspruchsvolle Nummern mit emotionaler Tiefe genießen können. Das gefällt mir, denn dadurch komme ich mit meinem Publikum in einen Dialog.

 

Soul/Swing und Elbvororte – wie passt das zusammen?

Ich finde, das passt perfekt zusammen – die Leute können hier tanzen und wissen noch, wie‘s geht! Sie tanzen nach Moon River oder Mr. Bojangles, Walzer… Meine Soulnummern gehen ihnen in die Beine. Ein tanzfreudiges Publikum. Was will man mehr?

 

Können Sie sich vorstellen, hier heimisch zu werden?

Blankenese ist toll. Aber es muss auch passen – und finanzierbar sein. Tatsächlich liebe ich mein St. Pauli sehr. Im Augenblick fühle ich mir hier sehr wohl. Ich kann ja jederzeit nach Blankenese fahren und über den Süllberg spazieren.

 

Teile ihrer Familie und Ihre Musik kommen aus Amerika – wie denken Sie über die aktuelle Situation dort?

Es ist schwierig. Ich bin zwar amerikanischer Staatsbürger, aber derzeit wirklich froh, in Deutschland zu leben. Für mich ist Deutschland ein sicherer Hafen. In Amerika ändert sich derzeit sehr viel, das ich nicht mehr nachvollziehen kann. Ich bin manchmal sprachlos. Mir bleibt die Musik, in die ich mich flüchten kann. Gegenüber den Entwicklungen in den USA fühle ich mich machtlos und konzentriere mich dann auf das, was ich gut kann. Damit versuche ich mich auszudrücken und meinen Frieden zu finden.

 

Wie ist das Leben als Musiker derzeit?

Wir kommen langsam voran, aber die Branche hat sich seit Corona noch nicht vollständig erholt. Leider sind viele Kollegen auf der Strecke geblieben. Ich selbst bin zufrieden.

 

Können Sie sich vorstellen, wieder Musical zu spielen?

Es gibt immer mal wieder Angebote, aber es gibt nichts, was mich aus der Reserve lockt. König der Löwen hat mich nicht nur nach Hamburg gebracht, es ist neben West-Side-Story auch eines der schönsten Musicals. Im Moment trete ich lieber Solo, oder mit meiner Band auf. Außerdem genieße ich es, zu komponieren und andere Künstler mit meinem Label unterstützen zu können.

 

Ihr Traum für 2025 wäre…?

Frieden.