Aufgetaucht ist es im vergangenen Jahr, als ein Haus in Blankenese abgerissen wurde. In dem Gebäude hatte einst der Architekt Claudius Geers gewohnt, ein Freund Eduard Bargheers, der auch für ihn gearbeitet hat. Wer ein Haus abreißt, rechnet nicht mit einem Original an der Wand. Der Abrissunternehmer jedenfalls handelte nicht nach Vorschrift, sondern nach Instinkt: Er rief Dirk Justus an, den langjährigen Vertrauten des Künstlers und heutigen Leiters des Bargheer Museums, der bereits vor Ort feststellte, dass es sich tatsächlich um eine Originalarbeit Eduard Bargheers handeln musste. Justus bekundete sogleich Interesse an einem Ankauf für das Museum.

Der Weg dorthin führte dann allerdings nicht direkt über die Elbchaussee, sondern über das Auktionshaus Stahl in Hamburg. Dort tauchte das Objekt einige Zeit später auf, und dort ersteigerten es drei Mitglieder der Eduard Bargheer Gesellschaft, dem Freundeskreis des Bargheer-Museums. Engelke Schümann, Dr. Hans Ramm und Dieter Brackmann schenkten es dem Museum. So kommt ein Stück norddeutscher Kunstgeschichte an einen Ort, der dafür geschaffen scheint. Neben Park- und Elbblick wirkt das Kachelbild nun wie ein Fenster nach Süden, ein Stück Ischia mitten in Blankenese, gelegt in eine Landschaft aus Rhododendron und alten Bäumen.

Neue Ausstellung öffnet am Sonntag

Der Anlass für den Besuch des Bargheer Museums ist ohnehin gesetzt. Vom 11. Oktober 2026 bis zum 7. Februar 2027 zeigt das Haus die neue Ausstellung „Eduard Bargheer – Kult, Kampf, Sport u. Spiel“. Gezeigt werden Ölbilder, Aquarelle und Graphiken aus vier Themenbereichen, die in Bargheers Gesamtwerk einen wichtigen Platz einnehmen. Die Schau lässt erkennen, was diese Themen in ihren Erscheinungsformen verbindet und wie schnell das eine in das andere übergehen kann.

Ergänzt wird die Bargheer-Präsentation im Obergeschoss durch Bildzyklen des in Rom lebenden deutschen Künstlers Marcel Hüppauff, dessen Sonderausstellung „Cycletopia“ heißt. Ihn haben der Giro d’Italia, die Tour de France und La Vuelta zu symbolträchtigen Bildern inspiriert, in denen seine Leidenschaft für den professionellen Radrennsport zum Ausdruck kommt. Eine Rolle spielt dabei das gesamte Umfeld, in dem sich die Teams bewegen, sei es die Landschaft, seien es die am Wegesrand jubelnden Fans.

Wer also demnächst durch den Jenischpark schlendert, mag sich an die alte Wahrheit erinnern, dass Kunst selten dort bleibt, wo sie hingehört. Manchmal zieht sie um, manchmal überlebt sie ihre Häuser. Diese Kacheln haben beide Wege hinter sich.