Iserbrook (15. Juni 2026, Markus Krohn) · Wenn sich drei stimmgewaltige Chöre, ein ambitioniertes Orchester und herausragende Solisten zusammentun, um ein monumentales musikalisches Werk aufzuführen, darf man Großes erwarten. Doch was sich am vergangenen Samstagabend in der vollbesetzten Kirche abspielte, sprengte selbst hohe Erwartungen und bescherte den Zuhörern ein klangliches Feuerwerk der Extraklasse. Wer nicht dabei war, hat zweifellos ein absolutes Highlight verpasst.
Die Vorfreude im Publikum war bereits greifbar, bevor der erste Ton von Felix Mendelssohn Bartholdys „Lobgesang“ (op. 52) erklang. Dem Anlass entsprechend war die Iserbrooker Kirche bis auf den letzten Platz gefüllt. Als das Stück begann, entfalteten die Kantorei Sülldorf-Iserbrook, die Kantorei Melanchthon Groß Flottbek und der St. Simeon Chor Osdorf gemeinsam mit dem Hamburger Juristenorchester sofort eine gewaltige musikalische Kraft. Unter der souveränen und präzisen Leitung von Yangzi Liu verschmolzen die Ensembles zu einem voluminösen, mitreißenden Klangkörper.
Besonders bemerkenswert an diesem Abend war das spielerische Niveau. Obwohl das Orchester und die Chöre überwiegend aus Laienmusikern bestehen, agierten sie durchgehend auf einer professionellen Ebene. Die Soprane in den Chören meisterten selbst die äußerst anspruchsvollen und zeitweise sehr hohen Passagen mit einer bewundernswerten Leichtigkeit. Auch das Juristenorchester brillierte mit präzisem und dynamischem Spiel, das der Wucht von Mendelssohn Bartholdys Komposition durchweg gerecht wurde.
Das sprichwörtliche Tüpfelchen auf dem i lieferten schließlich die drei engagierten Solisten. Als souveräne Vollprofis trugen sie ihre schwierigen Partien nicht nur absolut treffsicher vor, sondern verliehen ihnen auch eine enorme emotionale Ausdrucksstärke. So entstand eine berührende und ideale Symbiose aus majestätischer Musik und den tiefgründigen Psalmentexten.
Zurück blieb an diesem Samstagabend ein nachhaltig beeindrucktes Publikum, das noch lange von dieser Aufführung zehren wird. Nach so einem durchschlagenden Erfolg drängt sich für Musikfreunde in den Elbvororten nun vor allem eine Frage auf: Welches musikalische Großprojekt wird die Kantorei Sülldorf-Iserbrook als Nächstes aus der Taufe heben?





















