Der Hamburger Senat hat die Weichen für den Neubau der Asklepios Klinik Altona gestellt. Sozialbehörde und Asklepios verständigten sich auf Eckpunkte für Planung, Bauausführung, Finanzierung und Infrastrukturmaßnahmen. Damit soll ein europaweites Vergabeverfahren starten, das die Gesundheitsversorgung von mehr als 280.000 Menschen im Hamburger Westen für die kommenden Jahrzehnte sichern soll. Die Bürgerschaft muss noch zustimmen.
Die neue Klinik, geplant mit 600 Betten – davon 60 auf Intensivstationen sowie 46 in der Neonatologie – soll stationäre, teilstationäre und ambulante Medizin unter einem Dach verbinden. Zwölf Operationssäle für stationäre und fünf Fast-Track-OPs für ambulante Eingriffe sind vorgesehen. Die bestehende Klinik in Othmarschen, zwischen 1959 und 1970 errichtet, ist denkmalgeschützt und kann den energetischen und prozessualen Anforderungen eines modernen Krankenhausbetriebs zunehmend nicht mehr gerecht werden. Joachim Gemmel, Sprecher der Geschäftsführung der Asklepios Kliniken Hamburg, betonte: „Die neue Asklepios Klinik Altona planen wir als ein modernes Krankenhaus, das medizinische Spitzenversorgung mit kurzen Wegen und aufeinander abgestimmten Strukturen verbindet.“
Sozialsenatorin Melanie Schlotzhauer äußerte sich zuversichtlich: „Wir bringen den Neubau der Asklepios Klinik Altona entscheidend voran. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen haben Hamburg und Asklepios zentrale Fragen geklärt. Jetzt starten wir das Vergabeverfahren und machen den nächsten wichtigen Schritt hin zu einem hochmodernen Krankenhaus.“
Der geplante Neubau zwischen Behringstraße und dem heutigen Krankenhausgebäude sieht einen kompakten Baukomplex vor, dessen nördlicher Teil bis zu elf Geschosse erreicht und einen Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach trägt. Nach Süden soll das Gebäude auf bis zu zwei Geschosse abfallen und sich in das umgebende Grün einbinden. Die denkmalgeschützten Bestandsgebäude sollen nach dem Umzug erhalten und einer neuen Nutzung zugeführt werden.
Die Finanzierung wird zwischen der Freien und Hansestadt Hamburg und Asklepios geteilt. Das Land übernimmt 77 Prozent der förderfähigen Investitionskosten, Asklepios trägt 23 Prozent. Die Bürgerschaft soll auf Grundlage der Ergebnisse des Vergabeverfahrens über konkrete Bau- und Einrichtungskosten entscheiden. Die Inbetriebnahme ist derzeit für 2035 vorgesehen.
Die Opposition blickt skeptisch auf das Vorhaben. Anke Frieling, stadtentwicklungspolitische Sprecherin der CDU-Bürgerschaftsfraktion, erklärte bereits im Februar 2025: „Die geplante Fertigstellung im Jahr 2028 wird ein Traum bleiben, einen neuen Zeitplan gibt es nicht.“ Damals warnte sie: „Eins der wichtigsten Projekte von Bürgermeister Tschentscher dümpelt vor sich hin.“ Frieling bezweifelte auch, dass die ursprünglich veranschlagten 425 Millionen Euro ausreichen werden – „Sicher wird nur sein, dass die damals geplanten 425 Millionen für den Neubau nicht ausreichen werden angesichts der massiv gestiegenen Baukosten“, so die CDU-Abgeordnete.
Die Kritik der Opposition zielt vor allem auf die mangelnde Transparenz und die wiederholten Verzögerungen. Noch immer ist die Nutzung des Bestandsgebäudes ungeklärt. Seit der Ankündigung durch Bürgermeister Peter Tschentscher im Jahr 2018 habe sich das Projekt nur schleppend voranbewegt. Noch immer sind begleitende Infrastrukturmaßnahmen wie die Verlegung der Paul-Ehrlich-Straße oder eine neue Infrastrukturtrasse entlang der A7 nicht abgeschlossen. Für diese Arbeiten sowie den Bau einer Interimsstraße sind im Haushalt bereits 14 Millionen Euro vorgesehen, bis 2035 sollen weitere rund 30 Millionen Euro folgen.
Die Patienten im Hamburger Westen können nur hoffen, dass die Versprechungen diesmal eingehalten werden.
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