„Das Bürgerhaus Bornheide ist seit 2013 ein beliebter Treffpunkt, der den Menschen im Quartier Gemeinschaft und Unterstützung bietet“, erklärte Senatorin Karen Pein anlässlich des Auftakts der Bauarbeiten. Mit rund 7 Millionen Euro wird der Komplex nun für die Zukunft gerüstet. Rund 3 Millionen Euro stammen dabei aus dem Stadtentwicklungsfonds Lebendige Quartiere, weitere 2 Millionen aus dem Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE). „Es sind Orte wie dieser, die wesentlich zu einer lebendigen Nachbarschaft beitragen und die es nicht nur zu erhalten, sondern auch zu stärken gilt“, betont Pein.
Der Startschuss fiel mit einem symbolischen Akt: Pein, Bezirksamtsleiter Dr. Sebastian Kloth, Markus Schneider vom Diakonischen Werk und Jan Zunke von der Sprinkenhof GmbH gossen gemeinsam die erste Fassadenpflanze am „Roten Haus“. „Der Klimawandel stellt unsere Stadt vor große Herausforderungen – und wir behalten diese konsequent im Blick“, betonte Kloth. Die geplante Klimafassade und die später folgende Klimaoase seien „konkrete Maßnahmen, die das Mikroklima verbessern, die Lebensqualität im Quartier steigern und den Standort fit für die Zukunft machen“.
Bis Frühjahr 2027 sollen alle sechs Gebäude auf dem Gelände am Osdorfer Born überarbeitet werden. Neben frischem Putz und Anstrich kommen vorgestellte Fassadenelemente aus Holz und Stahl, Holzlamellen zum Sonnenschutz und Rankgitter für bodengebundene Kletterpflanzen zum Einsatz. Die Vertikalbegrünung schirmt das Wärmeverbundsystem ab, reduziert Wärmeverluste und bietet Vögeln Lebensraum. In Abstimmung mit dem NABU werden Nistkästen integriert. Drei Gebäude erhalten zudem eine Photovoltaikanlage, die einen Teil des Energiebedarfs vor Ort deckt.
Senatorin Katharina Fegebank sieht darin „ein starkes Zeichen für eine klimaangepasste Stadtentwicklung“. Hier fügten sich „mit Fassadenbegrünung, Photovoltaik und nachhaltiger Regenwasserbewirtschaftung vorbildlich viele nachhaltige Lösungen zusammen“.
Im zweiten Bauabschnitt folgt die „Klimaoase“. Auf dem rund 23.000 Quadratmeter großen Grundstück entstehen große Grünflächen, ein Wasserspiel, naturnahe Aufenthaltsflächen mit Sitzmöglichkeiten, ein Amphitheater sowie Spiel- und Klettergeräte. Zentral ist die RegenInfraStrukturAnpassung (RISA): Dach- und Freiflächen werden vom Regenwassernetz getrennt, das Wasser oberirdisch zu Versickerungsmulden geleitet. Überschüsse fließen über unterirdische Speicher in den Boden. LED-Beleuchtung und ein optimiertes Wegeleitsystem komplettieren das Paket.
Der Leiter vom Diakonischen Werk Hamburg-West/Südholstein, Markus Schneider, betont: „Als Träger des Bürgerhauses Bornheide freuen wir uns sehr, dass unsere Einrichtung mit dem Start der Fassadenbegrünung einen wichtigen Schritt hin zur künftigen Klimaoase geht.“ Schon heute sei das Haus ein zentraler Treffpunkt für Begegnung, Bildung und Gemeinschaft. „Mit der klimagerechten Weiterentwicklung schaffen wir nicht nur ein attraktiveres Umfeld für unsere Besucher, sondern übernehmen auch Verantwortung für eine nachhaltige Zukunft im Stadtteil.“
Sprinkenhof-Geschäftsführer Jan Zunke ergänzt: „Stadtteilkulturzentren wie das Bürgerhaus Bornheide bieten den Menschen im Quartier einen besonderen Ort der Begegnung, Bildung und Gemeinschaft.“ Das Sanierungsprojekt ermögliche es, den Bürgern in Bornheide „künftig ein nutzerorientiertes, umweltfreundliches und zukunftsfähiges Bürgerzentrum bieten zu können“.
Während die Baufinanzierung steht, bleibt ein anderes Thema offen: die längerfristige Sicherung des niedrigschwelligen Angebots. Die Finanzierung muss derzeit jährlich neu beantragt werden, oft erfolgt die Zusage erst Mitte Dezember für das Folgejahr. Aktuell wird versucht, die Mittel in den Bürgerhaustitel der Finanzbehörde zu verschieben – ein komplexes Unterfangen, an dem viele Verantwortliche mitarbeiten müssen. „Es sieht so aus, als würde es uns gelingen“, heißt es aus Verhandlungskreisen. Gelingt der Schritt tatsächlich, erhielten die Aktiven mehr Planungssicherheit und könnten Erkenntnisse aus einer Evaluation von 2023 endlich umsetzen.




















