Die neue Ausstellung im Altonaer Museum widmet sich umfassend dem Werk einer außergewöhnlichen Grafikerin und Illustratorin, sie beleuchtet Aiga Raschs künstlerische Entwicklung ebenso wie ihre stilistische Eigenständigkeit, die sich durch starke Farbkontraste, reduzierte Kompositionen und eine unverkennbare Dramaturgie auszeichnet. Bereits Mitte der 1960er Jahre gestaltete Rasch Illustrationen für die Detektivgeschichten um Nancy Drew, eine US-amerikanische Jugendbuchfigur und Hobbydetektivin, bevor sie ab 1969 mit den Covern für „Die drei ???“ einen radikal neuen visuellen Ansatz entwickelte. Dieser Stil wurde zum Markenzeichen der gesamten Reihe und beeinflusste auch ihre Arbeiten für weitere Serien – darunter Ausgaben zu Arthur Conan Doyles Geschichten über Sherlock Holmes und „Alfred Hitchcocks Gruselkabinett“, die heute allerdings weitgehend in Vergessenheit geraten sind.
Anhand von Originalentwürfen, Skizzen und Vorlagen zeichnet die Ausstellung Raschs kreativen Prozess nach: von der Recherche in Bildarchiven und Zeitschriften über erste Ideenskizzen bis hin zu den ikonischen Endfassungen. Dabei wird deutlich, wie präzise und konzeptionell durchdacht ihre Bildwelten entstanden sind und wie stark sie die visuelle Identität populärer Erzählformate geprägt haben. Ein weiterer Fokus der Ausstellung liegt auf Raschs Verbindung zu Hamburg. Hier produziert die Regisseurin Heikedine Körting seit 1979 unter dem Label EUROPA die Hörspiele zu den Detektivgeschichten, deren millionenfach verkaufte Tonträger untrennbar mit Raschs Coverkunst verbunden sind. Die Ausstellung eröffnet Einblicke in die Geschichte dieser Hörspielproduktionen und macht erfahrbar, wie aus einfachen Mitteln jene atmosphärischen Klangwelten entstehen, die bis heute Kultstatus genießen und mehrere Generationen begeistern.
Die Ausstellung, die von einem umfangreichen Programm mit Workshops und thematisch ausgerichteten Führungen begleitet wird, zeigt, wie eng visuelle Gestaltung und narrative Imagination bei den Arbeiten von Aiga Rasch miteinander verwoben sind und wie eine Künstlerin ein ganzes Genre nachhaltig prägen konnte.
Die Ausstellung läuft noch bis zum 14. März 2027 im Altonaer Museum


















