Am Elbufer in Waltershof könnte ein neues grünes Kapitel für Hamburg beginnen. Hinter dem bestehenden Elbwald am Bubendeyufer liegt eine rund 24 Hektar große Fläche, die bislang für eine mögliche Erweiterung des Hamburger Hafens freigehalten wird. Der Verein „Elbwald retten“ fordert nun, dieses Areal nicht weiter als Reservefläche zu behandeln, sondern dort einen neuen Mischwald entstehen zu lassen.
Die Ausgangslage ist ungewöhnlich: Direkt zwischen dem alten Petroleumhafen, dem Containerhafen und dem Airbus-Gelände befindet sich eine große Brachfläche. Nach Angaben der Initiative wird das Gebiet regelmäßig bearbeitet, damit sich dort keine natürliche Vegetation entwickeln kann. Hintergrund sind die bisherigen Planungen zur Hafenwesterweiterung.
3.000 Bäume für ein neues Biotop
Nach den Vorstellungen des Vereins könnte auf der Fläche ein neuer Stadtwald mit rund 3.000 langlebigen Bäumen entstehen. Vorgesehen ist ein Mischwald, der vor allem aus Pappeln sowie ergänzenden Arten wie Weiden, Erlen und Eschen bestehen soll. Ziel sei ein ökologisch ausgewogenes Biotop, das mitten im Industriegebiet wichtige Funktionen für Natur und Klima übernimmt.
Die Befürworter des Projekts sehen darin einen wichtigen Beitrag für Hamburgs Klimaziele. Ein solcher Wald könne CO₂ binden, Feinstaub und Schadstoffe reduzieren und gleichzeitig Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten schaffen. Besonders in einem stark industriell geprägten Umfeld wie Finkenwerder und Waltershof wäre eine zusätzliche Grünfläche aus Sicht der Initiative von großer Bedeutung.
Streit um die Zukunft des Hafengebiets
Um das Gelände streiten die Initiative und der Hamburger Senat seit Jahren im Zusammenhang mit der Hafenwesterweiterung. Während die Hafenwirtschaft auf langfristige Entwicklungsmöglichkeiten und zusätzliche Infrastruktur setzt, argumentieren die Kritiker, dass angesichts veränderter Rahmenbedingungen andere Lösungen geprüft werden müssten.
Die Initiative „Elbwald retten“ verweist darauf, dass Hamburg dringend neue Waldflächen und natürliche Klimaschutzräume benötige. Der Elbwald am Bubendeyufer gilt bereits heute als besondere grüne Oase inmitten des Hafens. Mehr als 350 Pappeln prägen das Gebiet, das direkt gegenüber dem Elbstrand in Övelgönne liegt.
Unterstützung sucht der Verein derzeit auch über eine Volkspetition. Rund 8.000 der benötigten 10.000 Unterschriften seien bereits gesammelt worden. Ziel ist es, die Diskussion über die Zukunft der Fläche stärker in die Öffentlichkeit zu tragen.
Die Volkspetition „Elbwald retten“ ist über die Internetseite der Initiative erreichbar.


















