Das geplante Learning Center Bahrenfeld nimmt konkrete Formen an. Nach einem zweistufigen Architekturwettbewerb steht fest, wie der zentrale Lern- und Begegnungsort der Science City Hamburg Bahrenfeld künftig aussehen soll. Den Zuschlag erhielt das Planungsteam Schmidt Hammer Lassen Architects aus Kopenhagen gemeinsam mit der DFZ-Architekten GmbH aus Hamburg. Acht international renommierte Büros hatten sich an dem Wettbewerb beteiligt.

Das Learning Center entsteht nicht als Neubau auf der grünen Wiese, sondern entwickelt drei bestehende Gebäude am Albert-Einstein-Ring 17 bis 21 weiter. Damit setzt Hamburg bewusst auf den Umbau vorhandener Bausubstanz. Die Jury lobte insbesondere die gelungene Integration der Bestandsgebäude, die hohe räumliche Qualität sowie das schlüssige Gesamtkonzept.

Geplant ist ein zentraler Treffpunkt für rund 5.500 Studierende der Universität Hamburg am Campus Bahrenfeld. Unter einem Dach sollen moderne Lern- und Lehrflächen, Bibliotheks- und Informationsangebote sowie Serviceeinrichtungen entstehen. Gemeinsam mit dem geplanten Hörsaalzentrum wird das Gebäude künftig den heutigen Campus West mit dem entstehenden Campus Ost verbinden und damit eine zentrale Achse innerhalb der Science City bilden.

Das Learning Center soll jedoch weit mehr sein als eine Universitätsbibliothek oder ein Studienzentrum. Es ist als offener Ort konzipiert, an dem sich Studierende, Wissenschaftler und Bürger begegnen können. Damit folgt das Projekt dem Leitgedanken der Science City, Wissenschaft stärker mit dem Leben im Stadtteil zu verknüpfen.

Auch politisch wird das Vorhaben als wichtiger Meilenstein bewertet. Finanzsenator Andreas Dressel bezeichnete das Learning Center als einen zentralen Ort des neuen Stadtteils, der in den 2030er Jahren entstehen werde. Besonders hob er hervor, dass durch die Umnutzung bestehender Gebäude Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung im Mittelpunkt stehen.

Wissenschaftssenatorin Maryam Blumenthal sieht in dem Projekt einen wichtigen Beitrag zur Wissensvermittlung. Innovative Forschung entstehe vor allem dort, wo Austausch und Vernetzung möglich seien. Der Siegerentwurf setze diesen Gedanken auch architektonisch überzeugend um.

Für Oberbaudirektor Franz-Josef Höing ist das Learning Center zugleich ein Beispiel dafür, wie der Gebäudebestand sinnvoll weiterentwickelt werden kann. Anstatt abzureißen und neu zu bauen, zeige das Projekt, wie bestehende Architektur zeitgemäß umgenutzt werden könne.

Auch die Universität Hamburg verbindet hohe Erwartungen mit dem neuen Gebäude. Universitätspräsident Prof. Dr. Hauke Heekeren bezeichnet das Learning Center als künftigen Mittelpunkt des Campuslebens. Die räumlichen Voraussetzungen für gemeinsames und forschungsnahes Lernen würden damit deutlich verbessert.

Die Science City Hamburg Bahrenfeld zählt zu den größten Stadtentwicklungsprojekten der Hansestadt. Auf einer Fläche von rund 125 Hektar entstehen bis in die 2040er Jahre neue Forschungs- und Universitätsstandorte, Wohnquartiere sowie Flächen für Unternehmen. Partner wie DESY, European XFEL, die Fraunhofer-Gesellschaft, die Max-Planck-Gesellschaft und die Universität Hamburg sollen hier gemeinsam mit Wirtschaft und Stadtverwaltung ein international bedeutendes Innovationszentrum entwickeln.

Mit dem Learning Center erhält dieses Zukunftsprojekt nun einen weiteren sichtbaren Baustein. Bis Studierende dort lernen und arbeiten können, wird allerdings noch Zeit vergehen: Nach derzeitiger Planung soll das Gebäude erst in den 2030er Jahren fertiggestellt werden. Damit bestätigt sich zugleich, dass sich die Entwicklung der Science City deutlich länger hinzieht als ursprünglich in den Zeiten der Hamburger Olympiabewerbung erhofft.