Wenn Melanie Gobbetto durch den Sucher ihrer Kamera schaut, geht es ihr nicht um das perfekte Bild, sondern um den richtigen Moment. Mit Soulmade Photodesign ist sie in der Kategorie „Beste Hochzeitsfotografie" für das Finale nominiert. Ihr Mann Danilo steht in derselben Endrunde – als Sänger in der Kategorie „Beste Hochzeitsmusiker". Zwei Nominierungen, ein Nachname, zwei völlig unterschiedliche Handschriften.
Dass die beiden überhaupt gemeinsam in der Hochzeitsbranche gelandet sind, war kein Plan, sondern ein Prozess. 2004 machten sich beide selbstständig und betrieben mit ihrer Show-Produktionsagentur Shows & Concepts eine Zeit lang ein Geschäft mit großen Bühnen: Programme für Firmenevents, Konzepte für ausverkaufte Säle. Danilo kommt vom Theater – nach der Aufnahmeprüfung an der Palucca Schule ging es als Achtjähriger ins Ballett-Internat nach Dresden, später folgten Engagements wie „Die Buddy Holly Story", „Tabaluga & Lilli" oder die Deutschlandpremiere von „Mamma Mia". Das Showgeschäft kennt er also aus der ersten Reihe. Melanie wiederum ist die Frau, die seit 14 Jahren hinter der Kamera steht und mehr als 700 Fotoshootings begleitet hat – von Hochzeiten über Portraits bis zu den kleinen Lebensmomenten dazwischen. Dass sie das mit künstlerischem Anspruch und einem Gespür für den Augenblick tut, hat sich herumgesprochen: Auf Google stehen fünf Sterne, gewachsen aus Vertrauen und Verbindungen, die oft weit über den Hochzeitstag hinaus halten. Ihre Bilder sind warm, lebendig und tragen einen Hauch von geerdetem Stil – wer sie bucht, bekommt häufig mehr als eine Fotografin. „Für die meisten bin ich ein Anker", sagt sie selbst, „ein ruhiger Mensch an eurer Seite, der mitfühlt, mitlacht, den Überblick behält und genau im richtigen Moment den Auslöser drückt." Malta im Herzen, Rellingen als alte und neue Heimat – und daneben ein Danilo Gobbetto, der die Bilder nicht als Konkurrenz zur Rede begreift, sondern als deren Fortsetzung.
Danilo Gobbetto konzipiert, organisiert, textet, redet und singt – ein Multitalent. Foto: Melanie Gobbetto
Irgendwann wurde aus dem Eventgeschäft die Liebe zum Hochzeitshandwerk. Melanie begleitet Paare mit natürlichen, emotionalen und authentischen Bildern, Danilo arbeitet als Sänger, freier Trauredner und Moderator und führt Paare auf Wunsch durch den kompletten Hochzeitstag – von der ersten Absprache Monate vorher bis zum letzten Lied. „Wir heiraten eigentlich jedes Wochenende", lacht Melanie, „manchmal sogar zweimal", ergänzt Danilo. Nach 21 Jahren Beziehung und elf Ehejahren wissen die beiden, wovon sie sprechen.
Ihr Weg war dabei alles andere als geradlinig. Als der erste Lockdown kam, waren über Nacht alle Aufträge gestrichen. Die beiden verkauften ihr Haus und gingen nach Malta – sechs Jahre lang, in denen sie sich vom Mittelmeer aus eine neue Existenz aufbauten. Ende 2025 reifte der Wunsch zur Rückkehr, Mitte März waren sie wieder da, rechtzeitig zur Hochzeitssaison. Und mit ihnen kam das, was man eine echte Doppelbegabung nennen könnte: Melanie Gobbetto fotografiert, Danilo Gobbetto spricht, moderiert und singt.
Was Danilo auf der Bühne macht, ist längst kein Nebenjob mehr. Wer schon einmal erlebt hat, wie er eine Trauzeremonie gestaltet, versteht, warum aus einer Hochzeit oft gleich zwei, drei weitere werden – die Gäste erzählen es weiter. Er liest seine Passagen vorher mehrfach laut, trainiert seine Stimme, und ja, auch ihm läuft dabei schon einmal ein Schauer über den Rücken. Bei der echten Zeremonie hält er die Contenance. Hinter dem Mikrofon steht ein Vollprofi. „Ich bin, was das betrifft, ein echter Technik-Nerd", gibt er zu, wenn es um die Auswahl von Lautsprechern und Mikrofonen geht. Musik soll emotionalisieren, findet er: was beim Sektempfang dezent im Hintergrund läuft, darf später lauter werden, wenn das Tanzbein geschwungen wird. Daneben veröffentlicht er eigene Stücke wie „Dieser Tag gehört euch".
Melanie Gobbetto ist nicht einfach eine Fotografin. Gemeinsam mit den Hochzeitspaaren begibt sie sich auf eine Reise, um Erinnerungen festzuhalten. Foto: Gobbetto
Melanie wiederum kennt das Problem, das viele Paare mit der Kamera haben, aus unzähligen Begegnungen. Ihre Antwort darauf ist kein Posing-Katalog, sondern Bewegung – die Menschen sollen sich nicht verbiegen müssen. „Man will sich erinnern", sagt sie. Genau dieser Ansatz ist es, der ihre Bilder so wirken lässt, als hätte sie einen Moment nicht eingefangen, sondern aufbewahrt. Auch nach Jahren im Geschäft bleiben Bilder hängen: eine Trauung im Elsa-Brandström-Haus in Blankenese etwa, mit freiem Blick auf die Elbe von der Freitreppe aus. Ein sehr junges Paar, eine herzliche Familie, ein Bräutigam, dem bei Danilos Worten die Tränen ununterbrochen rollten – Melanie hat es fotografisch festgehalten, und beide sprechen heute noch davon.
Wenn man die beiden gemeinsam bucht, bekommt man keine zwei Dienstleister, sondern logisch aufeinander abgestimmte Abläufe. Vieles funktioniert ohne große Absprachen, weil zwei Jahrzehnte Zusammenarbeit ihre eigenen Sprachen ausgebildet haben. Nicht selten sind es ohnehin die Details, die einen Tag unverwechselbar machen. Ihr Anspruch ist, dem Paar nicht nur den schönsten Tag im Kalender zu gestalten, sondern einen, der der Familie noch nach Jahren im Kopf bleibt.
Das Finale der Wedding King Awards 2026 steigt am 8. November in Köln – mit großer Show, Publikum vor Ort und Live-Übertragung auf YouTube. Der Modus ist bemerkenswert demokratisch: Bei den Awards ist das Publikum die Jury, Vorabvotings zählen, das Live-Voting am Abend wiegt schwerer. Wer also mitentscheiden will, ob das Ehepaar aus Rellingen gleich doppelt als Sieger nach Hause fährt, kann am 8. November reinklicken und mitvoten. Melanie und Danilo Gobbetto hoffen auf den Titel, beide „Damit hätten wir wirklich nicht gerechnet", sagt Danilo über die doppelte Finalteilnahme. Und Melanies Geburtstag ist es auch noch.
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www.wedding-king-awards.de




















