Ein gesperrter Straßenabschnitt, improvisierte Umleitungen und ein Gutachten, das einfach nicht fertig wird: Die Sanierung des Grandkuhlenwegs zieht sich weiter in die Länge. Betroffen ist ein Teilstück im Gewerbegebiet Lurup am Osdorfer Weg, das seit Sommer 2023 aufgrund massiver Fahrbahnschäden nicht mehr befahrbar ist. Die Sperrung erfolgte damals kurzfristig – aus Sicherheitsgründen.
Seither hat sich an der Situation wenig geändert. Zwar wurde bereits im November 2023 ein Gutachten zur Klärung der Ursachen und möglicher Sanierungsmaßnahmen beauftragt, doch liegt dieses bis heute nicht vollständig vor. Lediglich Teilergebnisse aus chemischen Untersuchungen sind bekannt. Ein umfassendes Sanierungskonzept fehlt weiterhin.
Der Grund für die Verzögerungen liegt unter der Oberfläche: Der betroffene Straßenabschnitt befindet sich auf einer ehemaligen Deponiefläche. Untersuchungen gestalten sich entsprechend komplex. Laut Senat erschweren „unerwartete Hindernisse“ im Untergrund die Probenentnahme erheblich. Dadurch lässt sich auch nicht abschätzen, wann belastbare Ergebnisse vorliegen werden.
Für die ansässigen Betriebe bedeutet das anhaltende Unsicherheit. Die Verkehrsführung erfolgt derzeit über eine Behelfsumfahrung – ausgerechnet über den Parkplatz des privaten Parkplatzes des GLOBUS-Supermarktes. Eine dauerhafte rechtliche Grundlage für diese Lösung existiert nicht. Dennoch wird sie geduldet, um die Erreichbarkeit zumindest eingeschränkt sicherzustellen.
Brisant: Trotz der offensichtlichen Probleme ist die Sanierung des Grandkuhlenwegs offiziell mit „Priorität 1“ eingestuft. Konkrete Maßnahmen zur Instandsetzung werden jedoch aktuell nicht vorbereitet. Auch ein Zeitplan fehlt vollständig, ebenso wie eine belastbare Kostenschätzung.
Kritik kommt aus der Politik: Die CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Dr. Anke Frieling bezeichnet den Zustand als „völlig unakzeptabel“. Die Komplexität durch die Deponielage sei zwar nachvollziehbar, rechtfertige aber nicht den jahrelangen Stillstand. Ihrer Ansicht nach braucht es endlich Klarheit – und vor allem Verbindlichkeit.
Fest steht: Solange das Gutachten nicht abgeschlossen ist, bleibt die Zukunft des Grandkuhlenwegs offen. Ob und wann die Straße wieder regulär befahrbar sein wird, kann derzeit niemand sagen. Für ein Projekt mit höchster Priorität ist das ein bemerkenswerter Befund.






















