Konkret will IKEA die Verkaufsfläche von Markthalle und Möbelausstellung um etwa 5000 Quadratmeter reduzieren. Das Haus soll übersichtlicher werden, mit klarerer Trennung zwischen Markthalle und Showroom, intuitiverer Kundenführung und allem, was Kunden an Angeboten und Services kennen – vom Sortiment bis zum IKEA Food. „Kern des Konzepts ist eine optimierte Flächennutzung und -gestaltung, die das Leben in Hamburg-Altona widerspiegelt“, sagt Nele Kellerbach, Country Expansion Manager von IKEA Deutschland. Für die Innenstadt ist das ein Statement: Der Möbelriese schafft nicht die City, er passt sie an.
Erstmals in der deutschen IKEA-Geschichte mietet sich ein fremder Einzelhändler in ein Einrichtungshaus ein. Decathlon eröffnet in Altona seinen ersten Flagship-Store im Norden, auf rund 4600 Quadratmetern, voraussichtlich im Sommer 2027. „Zwei starke Marken unter einem Dach bieten den Menschen in Altona künftig die perfekte Kombination für ihren Alltag“, sagt Stefan Kaiser, Director Real Estate & Development bei Decathlon. Begleitet wird das Projekt von Ingka Centres, jenem Konzernzweig, der schon in Croydon im Vereinigten Königreich einen Sportartikel-Konkurrenten unter IKEA-Dach geholt hat.
Der Umbau hat eine Kehrseite, und sie trifft Beschäftigte. Nach aktuellem Planungsstand rechnet IKEA mit dem Wegfall von rund 20 Prozent der Stellen in Hamburg-Altona. Weiterbeschäftigung „wo immer möglich“ heißt es in der Mitteilung, die konkrete Organisation sei Gegenstand laufender Planungen und werde eng mit dem Betriebsrat abgestimmt. Die Belegschaft wurde am Mittwoch informiert.
Wenig überraschend fällt die Reaktion aus der Bürgerschaft deutlich aus. Der Altonaer SPD-Abgeordnete Mithat Capar nennt die Nachricht im Gespräch mit der DorfStadt-Redaktion belastend: „Dass IKEA in Altona seine Verkaufsfläche verkleinern will und nach bisheriger Planung rund 20 Prozent der Stellen wegfallen sollen, bedauere ich sehr. Vor allem für die Beschäftigten ist das eine belastende Nachricht.“ Zugleich sieht er in dem Investment ein Signal für die Innenstadt: „Der Möbelhandel befindet sich in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld. Deshalb begrüße ich, dass IKEA in Altona investiert und neue Wege sucht, um den Standort langfristig zu erhalten.“
Von der Decathlon-Ansiedlung verspricht sich Capar zusätzliche Frequenz für die Große Bergstraße: „Die geplante Ansiedlung von Decathlon bietet die Chance, zusätzliche Besucher in die Große Bergstraße zu bringen und das Angebot vor Ort zu erweitern. Davon können auch die umliegenden Geschäfte profitieren.“ Nachdruck legt er auf die sozialverträgliche Abfederung des Stellenabbaus: „Bei der Neuausrichtung müssen die Beschäftigten eine verlässliche Perspektive bekommen. Ich erwarte, dass IKEA gemeinsam mit dem Betriebsrat alle Möglichkeiten ausschöpft, Arbeitsplätze zu erhalten, Weiterbeschäftigung zu ermöglichen und sozialverträgliche Lösungen zu finden.“
IKEA ordnet Altona in einen größeren Umbau des deutschen Geschäfts ein. In Ingolstadt testet das Unternehmen ein kompakteres Einrichtungshaus-Format, bei dem auf einen Anbau ein Anbau folgte. Altona steht dagegen für den anderen Weg: ein gewachsener innerstädtischer Standort, der sich nach zwölf Jahren neu erfindet. Schnelsen und Moorfleet bleiben nach Unternehmensangaben unberührt. Veränderungen erlebbar werden die Pläne für Kunden voraussichtlich im Sommer 2027 — vorbehaltlich der Baugenehmigung, des Baufortschritts und der Verhandlungen mit dem Betriebsrat.




















