Steigende Temperaturen, volle Becken und lange Wartelisten für Schwimmkurse: Die Freibäder im Bezirk Altona stehen seit Jahren unter wachsendem Druck. Vor diesem Hintergrund hat die Bezirksversammlung Altona Ende Februar 2026 einen Antrag beschlossen, der die Freibadinfrastruktur im Bezirk langfristig stabilisieren soll.
Die Initiative geht auf die SPD-Fraktion zurück und wurde von allen Fraktionen unterstützt. Ziel ist es, insbesondere zwei wichtige Sommerstandorte im Hamburger Westen besser aufzustellen: das Sommerfreibad Osdorfer Born und das Sommerfreibad Marienhöhe.
Nach Ansicht der Antragsteller erfüllen Freibäder heute eine deutlich größere Rolle als reine Freizeiteinrichtungen. Sie sind Orte der Begegnung, Lernorte für Kinder und wichtige soziale Treffpunkte in den Stadtteilen.
Zugleich verschärft sich die Situation im Bereich der Schwimmausbildung. Viele Kinder verlassen die Grundschule ohne sichere Schwimmfähigkeit. Gleichzeitig arbeiten zahlreiche Hallenbäder bereits an der Kapazitätsgrenze.
Freibäder könnten hier eine wichtige Entlastungsfunktion übernehmen. Während der Sommermonate besteht theoretisch die Möglichkeit, zusätzliche Schwimmkurse anzubieten und Wartelisten zu verkürzen.
Der Beschluss fordert die zuständige Behörde auf zu prüfen, wie die beiden Freibäder organisatorisch, personell und infrastrukturell so aufgestellt werden können, dass stabile Öffnungszeiten gewährleistet bleiben.
Dabei soll auch untersucht werden, ob die Anlagen künftig eine Ausgleichsfunktion übernehmen können, falls benachbarte Bäder zeitweise eingeschränkt öffnen müssen. Gerade in heißen Sommern steigen die Besucherzahlen stark an, sodass kurzfristige Schließungen oder reduzierte Öffnungszeiten schnell zu Problemen führen.
Oliver Schmidt, Co-Vorsitzender der SPD-Fraktion Altona, betont die Bedeutung verlässlicher Strukturen: Wenn Freibäder wegen Personalmangels oder organisatorischer Probleme nur eingeschränkt öffnen können, gingen wichtige und bezahlbare Freizeitangebote für Familien verloren.
Personalmangel bleibt zentrale Herausforderung
Die Realität vieler Bäderbetriebe ist allerdings von strukturellen Problemen geprägt. Wie zahlreiche kommunale Einrichtungen kämpfen auch Schwimmbäder mit dem Fachkräftemangel. Besonders Rettungsschwimmer und technisches Personal sind schwer zu finden.
Zudem hat der Bezirk begrenzten Einfluss auf die Freizeitbäder, da sie von der städtischen Bäderland Hamburg GmbH gesteuert werden.
Beschlüsse der Bezirksversammlung können daher vor allem Empfehlungen aussprechen oder Prüfaufträge formulieren. Die tatsächliche Umsetzung hängt letztlich vom Senat und den zuständigen Behörden ab.
Der einstimmige Beschluss wird deshalb vor allem als politisches Signal verstanden. Abgeordnete aus dem Bezirk weisen seit Jahren auf den Zustand einiger Anlagen und die angespannte Personalsituation hin.
Ob daraus konkrete Verbesserungen entstehen, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch: Mit steigenden Temperaturen, wachsendem Andrang und zunehmenden Problemen bei der Schwimmausbildung dürfte die Diskussion um die Zukunft der Freibäder im Hamburger Westen noch lange nicht beendet sein.




















