Elbvororte/Bezirk Altona (29. September 2026, Konrad Matzen) · Der Sommer ist vorbei, Hitze und Trockenheit haben jedoch ihre Spuren hinterlassen. Es müssen Maßnahmen her, um die künftig häufiger werdenden heißen Sommer besser überstehen zu können und damit Kinder barfuß über den Sand laufen und Erwachsene auf einer Bank sitzen können, die niemand mehr verlassen kann, wenn die Sonne erst einmal richtig steht…
Wie man die Kleinsten auch an gleißenden Sommertagen auf Spielplätzen schützen kann, ist längst kein Rätsel mehr. Bereits im Gutachten „Spielen in Hamburg 2030" werden Wasserspielanlagen und ausreichende Verschattung empfohlen, und der Hitzeaktionsplan der Stadt formuliert das Ziel, Spielplätze zu kühlen Orten Hamburgs zu machen, damit Kinder Orte zum Abkühlen haben. Die GRÜNE Fraktion Altona fordert daher aktuell in der Bezirksversammlung, bei allen Neuplanungen und Sanierungen von Spielplätzen gezielt Maßnahmen des Hitzeschutzes einzubeziehen und kühle Orte für alle zu schaffen.
Nadine Neumann, Abgeordnete der GRÜNEN Fraktion Altona und Mitglied im Ausschuss für Grün, Naturschutz und Sport, fasst das Anliegen in einem Satz zusammen: Alle Kinder in Altona sollten in ihrer Nachbarschaft vor Hitze geschützt spielen können. Ihr gehe es dabei nicht allein um Schatten, sondern ebenso darum, dass diese Flächen inklusiv zugänglich sind – was sie zugleich für Senioren und Menschen mit Behinderungen öffnet. Das Bezirksamt, so die Forderung, soll zeitnah eine Karte besonders kühler Spielplätze herausbringen und darin ausweisen, ob diese inklusiv oder zumindest barrierefrei sind. Eingepflegt ins Geoportal Hamburg und fortlaufend aktualisiert, hätten Eltern und Erzieher an heißen Tagen endlich ein Werkzeug, um schattige Orte gezielt anzusteuern.
Rückenwind kommt von der CDU. Dr. Ulrike von Criegern, Mitglied der CDU-Fraktion Altona, berichtet von Verfahren wegen Kindern, die sich Brandblasen an den Füßen zugezogen haben. Gerade in der Großstadt seien Spiel- und Bewegungsplätze für die körperliche und seelische Entwicklung der Kinder überaus wichtig, weshalb künftig umgedacht werden müsse.
Dass es drängt, zeigen die Zahlen des vergangenen Sommers. Hitzewellen haben Europa fest im Griff, und laut Berechnungen des Robert Koch-Instituts sind 2026 etwa 15.800 Menschen hitzebedingt verstorben. Besonders gefährdet sind die Kleinsten, denn Kinder regulieren ihre Temperatur schlechter als Erwachsene und benötigen bereits bei 30 Grad die doppelte bis dreifache Menge Wasser.
Die vorhandene Infrastruktur lässt sich nicht von heute auf morgen umbauen. Deshalb, so die Argumentation der Antragsteller, müssten laufende Planungen an die aktuellen Herausforderungen angepasst werden, während bei neuen Spielplätzen der Hitzeschutz von Beginn an mitzudenken ist. Ein Sandkasten mit großer Krone darüber, ein Wasserlauf zum Waten, eine Rampe, die auch der Opa mit dem Rollator schafft – das wäre ein Traum der Bezirkspolitiker.




















