Auf einem Teil des Areals der Generalleutnant-Graf-von-Baudissin-Kaserne in Hamburg-Osdorf planen das Bezirksamt Altona und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) die Entwicklung eines neuen Wohnquartiers. Rund 350 bis 400 Wohnungen sowie eine Kindertagesstätte sollen hier in den kommenden Jahren entstehen. Das Vorhaben ist Teil einer bundesweiten Initiative zur Schaffung bezahlbaren Wohnraums.

Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die reine Bebauung der Fläche, sondern ein umfassendes städtebauliches Konzept. Bereits eingeleitet wurde das Bebauungsplanverfahren „Osdorf 50“, das die Grundlage für die zukünftige Entwicklung bildet. Parallel dazu läuft ein Workshopverfahren, in dem Fachplaner Entwürfe für die Gestaltung des Quartiers erarbeiten.

Die Planer verfolgen ein klares Ziel: ein klimaresilientes und sozial ausgewogenes Wohnumfeld zu schaffen. Der parkartige Charakter des Geländes mit seinem gewachsenen Baumbestand soll weitgehend erhalten bleiben. Herzstück der Planung ist eine grüne Nord-Süd-Promenade, die das Quartier durchzieht und insbesondere Fußgängern und Radfahrern vorbehalten sein soll. Sie soll nicht nur als Verkehrsachse dienen, sondern auch als Begegnungsraum für die zukünftigen Bewohner.

Auch ökologische Aspekte spielen eine zentrale Rolle. Die Freiflächen sollen so gestaltet werden, dass sie das Mikroklima verbessern und Regenwasser effizient bewirtschaftet werden kann. Für den ruhenden Verkehr sind Quartiersgaragen vorgesehen, um die Wohnbereiche möglichst autofrei zu halten.

Ein besonderer Fokus liegt auf dem Umgang mit der bestehenden Bausubstanz. Während einige Gebäude – etwa das sogenannte „Windmühlen“-Ensemble – erhalten und für Wohnzwecke umgebaut werden sollen, ist für andere Teile der Anlage ein vollständiger Neubau geplant. So sollen die Gebäude der ehemaligen Feldwebelkaserne schrittweise ersetzt werden.

Die Umsetzung des Projekts ist ab dem Jahr 2029 vorgesehen und soll in mehreren Bauabschnitten erfolgen. Dieses Vorgehen ermöglicht es den derzeitigen Bewohnern angrenzender Gebäude, innerhalb des Quartiers umzuziehen, bevor ältere Bauten aus den 1950er-Jahren abgerissen werden.

Ein Großteil der neuen Wohnungen ist für Beschäftigte des Bundes vorgesehen, etwa für Mitarbeiter von Bundespolizei oder Zoll. Damit verfolgt die BImA das Ziel, ihre Wohnungsfürsorge auszubauen und den Bund als Arbeitgeber attraktiver zu machen. Gleichzeitig könnte das Projekt auch indirekt den allgemeinen Wohnungsmarkt entlasten, da durch Umzüge andere Wohnungen frei werden.

Die Planungen stoßen nicht nur in der Verwaltung auf Interesse. Auch die Öffentlichkeit ist ausdrücklich eingeladen, sich einzubringen. Im April werden die Entwürfe in einer Ausstellung präsentiert, bevor eine Jury über den Siegerentwurf entscheidet. Anschließend folgen weitere Beteiligungsformate.

Für den Stadtteil Osdorf bedeutet das Projekt einen tiefgreifenden Wandel. Wo heute noch Kasernenstrukturen das Bild prägen, könnte in wenigen Jahren ein modernes Wohnquartier entstehen – mit neuen Perspektiven für den Hamburger Westen.