Bahrenfeld (7. Oktober 2026, Markus Krohn) · In Hamburg weiß man längst, was ein Herzretter ist – in Berlin offenbar noch nicht. Beim bundesweiten Publikumsvoting steht der Verein auf einem der hinteren Plätze – das soll sich jetzt ändern.
Dr. Martin Buchholz weiß, wie es sich anfühlt, wenn die Rettungskette zu spät greift. 2016, ein Jahr nach seinem eigenen Herzinfarkt, gründete der damals 66-Jährige den gemeinnützigen Verein, der Kindern und Jugendlichen in Hamburg beibringt, was im Ernstfall zählt. In Schulen und Kitas sind seine teils prominenten Trainer unterwegs und vermitteln schon Fünfjährigen nicht nur die Handgriffe, sondern vor allem den Mut, sie auch anzuwenden. „Ziel ist es, Kindern bereits ab 5 Jahren nicht nur das Wissen, sondern den Mut(!) zu vermitteln, im Notfall aktiv zu helfen", heißt es in der Projektbeschreibung zur Nominierung. Wer Angst vor dem Falschmachen hat, drückt im Zweifel gar nicht erst auf den Brustkorb – und genau diese Unsicherheit wollen die Herzretter in Handlungssicherheit verwandeln, wie Buchholz es nennt.
Dass die Arbeit Wirkung entfaltet, hat der Verein längst bewiesen, sonst stünde er jetzt nicht zur Wahl. Knapp 500 Projekte aus dem ganzen Land treten beim Deutschen Engagementpreis an, alle bereits anderweitig ausgezeichnet. Die Herzretter sind im Themenfeld Gesundheit, Bildung und Soziales nominiert. Längst hat die Arbeit Kreise gezogen, die über Hamburg hinausreichen: Im vergangenen Jahr zeichnete beispielsweise die Körber-Stiftung Dr. Martin Buchholz für sein Engagement mit dem Zugabe-Preis aus. Für den Deutschen Engagementpreis hat sich Herzretter e.V. durch den Gewinn des HanseMerkurPreis qualifiziert. Auch die Hapag-Lloyd-Stiftung und die Ippen-Stiftung fördern die Reanimationskurse, mit denen Hamburgs Schulen zu Orten echter Erster Hilfe werden.
Jetzt aber entscheidet nicht eine Jury, sondern die Öffentlichkeit. Noch bis zum 29. Oktober, 17:59 Uhr, läuft das Publikumsvoting unter deutscher-engagementpreis.de. Wer abstimmen möchte, gibt seine Handynummer ein und bestätigt die Stimme per SMS-Code – kostenlos und in unter zwei Minuten erledigt. Bis zu drei Stimmen sind pro Person erlaubt, eine pro Projekt. Wer wissen will, wo die Herzretter stehen, kann sich bis zum 22. Oktober über den Zwischenstand informieren; am 3. November werden die zehn stimmenstärksten Projekte sowie die Plätze elf bis hundert veröffentlicht.
Es steht einiges auf dem Spiel, nicht nur Prestige. Dem Projekt mit den meisten Stimmen winken 10.000 Euro und ein professionell produzierter Imagefilm; für den zweiten Platz gibt es 7.500 Euro, für den dritten 5.000 Euro. Die zehn bestplatzierten Projekte erhalten ihre Reisekosten zur Preisverleihung am 26. November erstattet, die fünfzig stimmenstärksten dürfen im kommenden Jahr zu einem Vernetzungstreffen reisen. Begleitet wird die Abstimmung von der Kampagne „Deine Stimme für Engagement", für die im Oktober bekannte Gesichter aus Sport, Kultur und Zivilgesellschaft werben, unter ihnen Philipp Lahm und Dr. Eckart von Hirschhausen.
Fast 100.000 Menschen haben im vergangenen Jahr mitgemacht. Dass ausgerechnet das Bahrenfelder Projekt diesmal nicht dazu gehören soll, wäre eine schlechte Nachricht für alle, die schon einmal auf einen Ersthelfer angewiesen waren. Also: Stimmen Sie jetzt für die Herzretter ab!
www.herzretter.de




















