Wedel/Elbvororte (3. September 2026, PM/Konrad Matzen) · Große Namen, besondere Momente, kleine Stadt: Die Wedeler Musiktage beweisen auch in diesem Jahr, dass hochkarätige Kultur nicht nur in den Metropolen zuhause ist. Mit Stars wie Salut Salon, Claudia Michelsen und dem gefeierten Kammerchor Stuttgart bringt Festivalleiter Matthias Dworzack erneut ein Programm nach Wedel, das musikalische Klasse, überraschende Formate und große Emotionen verspricht. Zwischen Bach, Weltmusik, Musikkomik und Mitsing-Konzerten wird die Elbstadt im September einmal mehr zur Bühne für außergewöhnliche Festivalerlebnisse.
Stars in Wedel: Alle Jahre wieder gelingt es Matthias Dworzack, Künstler in die kleine Elbstadt zu locken, die sonst in den großen Städten und Sälen der Republik zu erleben sind. Sein Geheimnis? Der künstlerische Leiter der Wedeler Musiktage lächelt: „Das liegt sicher auch an dem Ruf, den sich unsere Musiktage erarbeitet haben.“ Zumindest seitdem der promovierte Musikwissenschaftler und Betriebswirt die Fäden dieses kleinen, aber feinen Festivals vor den Toren der großen Kulturstadt Hamburg zieht: Ob nun Salut Salon, Schauspielerin Claudia Michelsen oder der Kammerchor Stuttgart mit seinem Leiter und Gründer Frieder Bernius zum Festival-Abschluss am 3. Oktober – allein diese drei der insgesamt neun Veranstaltungen verdeutlichen, dass Dworzack einmal mehr kleine, große Veranstalter-Coups gelungen sind mit seinem diesjährigen Programm.
Während die vier Salut-Salon-Musikerinnen um Gründerin und Geigerin Angelika Bachmann mit ihrem aktuellen „Heimat“-Programm derzeit jeden großen Konzertsaal Deutschlands aufmischen und ihr Publikum ebenso zum Lachen wie zum andächtigen Lauschen bringen, ist die zweifache Grimme-Preisträgerin Michelsen nicht nur eine der „gefragtesten deutschen Fernsehschauspielerinnen“ (Dworzack) vom „Tatort“ über „Polizeiruf 110“ bis hin zur „Ku’damm“-Reihe, sondern auch eine fesselnde Rezitatorin, wenn die 57-jährige Berlinerin nun in Wedel das „Plädoyer einer Frau“ liest (13.9.). Und der Stuttgarter Kammerchor sei ohnehin ein „Stand alone“-Ensemble, stellt der Wedeler Intendant fest – und schiebt noch ein Kompliment aus der Wochenzeitung „Die Zeit“ hinterher: „Kein Superlativ ist verschwendet, um diesen Chor zu rühmen.“
Doch nicht minder spannend seien die drei „Klassik pur“-Konzerte der diesjährigen Musiktage: Angefangen von Bachs legendären „Goldberg“-Variationen – „ein Werk wie ein geschliffener Diamant: Wer sie leibhaftig erlebt, ist immer wieder aufs Neue überwältigt!“ – die am 10. September von der schon mehrfach ausgezeichneten, jungen Pianistin Fatjona Maliqi in der Friedhofskapelle im Autal präsentiert werden; über das hochgelobte junge Elster Trio, das bei Haydn, Beethoven und Brahms eine ganz eigene Klangsprache entwickelt hat (26.9., Johann-Rist-Forum); bis hin zum Pianisten, Improvisationskünstler und Musikkomödianten Felix Reuter, der tags drauf in seinem Programm „Die verflixte Klassik“ am gleichen Ort für musikalische Überraschungen, schräge Begegnungen und augenzwinkernde Pointen sorgen will.
Und schließlich sind da noch drei ebenso unterhaltsame wie zum Mitmachen animierende Konzertformate: Zur Festival-Eröffnung heißt es im Rahman des Yachthafenfestes am 4. September schon fast traditionell „Wedel singt“, lädt Sören Schröder das Publikum zum An- und Einstimmen in die großen Hits des 20. Jahrhunderts ein, während die Kinderliedermacher „Matt & Basti“ nach ihrem großen Erfolg in 2025 erneut eingeladen worden sind und in der Altstadtschule eine „laute, ausgelassene Sause“ präsentieren werden, wie Dworzack verspricht (20.9.). Und mit den beiden Kammerfolkelfen des Weltmusik-Duos Fjarill gibt es schließlich am 24.9. in der Kapelle auf dem Waldfriedhof nicht nur eine ganz andere, poetisch-melancholische Klangfarbe, sondern auch „lange Momente der Stille“, wie Pianistin Aino Löwenmark und Geigerin Hanmari Spiegel verheißen.
Fehlt nur noch die Begeisterung des Wedeler Publikums: Auf das baut der künstlerische Leiter heuer ganz besonders – nach 2300 Besuchern im vergangenen Jahr strebt Dworzack 2026 einen neuen Rekord von 2500 Gästen an. „Wir setzen darauf, dass mehr und mehr Leute glauben, dass es in Wedel möglich ist, solch hochkarätige Konzerte zu erleben.“ Damit könnte dann auch ein größerer Teil jener finanziellen Lücke geschlossen werden, die durch einen kurzfristigen Beschluss des Kreises entstanden ist: Der dortige Kulturausschuss hatte nämlich Anfang des Jahres entschieden, den Zuschuss für die Musiktage 2026 zu halbieren – zu einem Zeitpunkt, als die vertraglichen Planungen für das Programm längst abgeschlossen waren.
Infos/Tickets: Auf der Website der Wedeler Musiktage oder telefonisch unter (0 41 03) 91 93 70


















