Die altonale, eines der größten nicht-kommerziellen Stadtteilfestivals Deutschlands, steht vor erheblichen finanziellen Herausforderungen. Steigende Kosten und wegbrechende Einnahmen haben die wirtschaftliche Lage in den vergangenen Jahren deutlich verschärft. Nach Angaben aus der Bezirkspolitik ist die Finanzierung inzwischen strukturell nicht mehr gesichert.

Konkret zeigt sich das Problem in den Zahlen: Während ein Großteil der Finanzierung traditionell aus Eigenmitteln stammt, sind diese Einnahmen stark zurückgegangen. 2023 lagen Sponsorengelder und Erlöse aus Anzeigen noch bei 481.000 Euro, 2025 waren es nur noch 326.000 Euro – ein Minus von 155.000 Euro. Gleichzeitig steigen die Ausgaben, etwa für Sicherheit, Technik und behördliche Auflagen.

Die öffentlichen Zuschüsse decken bislang nur einen kleinen Teil der Gesamtkosten. Insgesamt erhält die altonale jährlich rund 185.000 Euro an Fördermitteln, davon 115.000 Euro für das Festival selbst und 70.000 Euro für das Straßenkunstfestival STAMP. Der Bezirk beteiligt sich mit vergleichsweise geringen Summen. Rund 80 Prozent der Finanzierung müssen somit eigenständig erwirtschaftet werden – ein Modell, das zunehmend unter Druck gerät.

In der Bezirksversammlung herrscht deshalb parteiübergreifend Einigkeit über den Handlungsbedarf. Vertreter von Grünen, CDU und SPD setzen sich gemeinsam für eine verlässlichere und höhere öffentliche Finanzierung ein.

Altona und die altonale – das sind 25 Jahre gelebte Kreativität, Vielfalt und ein freudvolles Miteinander“, weiß Emilie Licari von den Grünen. Gerade in schwierigen Zeiten seien solche Orte der Begegnung unverzichtbar. Ziel sei es, die drohende Insolvenz abzuwenden und das Festival langfristig zu sichern.

Auch die CDU sieht die Kulturbehörde in der Pflicht. Fraktionschef Sven Hielscher betont: „Da die altonale weit über Altona und auch weit über die Grenzen Hamburgs hinaus als nicht kommerzielle Kulturveranstaltung große Strahlkraft hat, wird es dringend Zeit, dass die Kulturbehörde dieses Stadtteilfest in ihre Regelförderung aufnimmt.

Für die SPD steht vor allem die langfristige Perspektive im Fokus. „Damit solche nicht-kommerziellen Festivals auch unter schwieriger werdenden Rahmenbedingungen eine Zukunft haben, braucht es eine verlässliche Finanzierungsperspektive“, erklärt Sabine Köster. Gemeinsam mit der altonale GmbH müssten tragfähige Lösungen ab 2027 entwickelt werden.

Kurzfristig bleibt die Lage angespannt. Eine Crowdfunding-Kampagne soll helfen, die Finanzierungslücke für 2026 zu schließen. Ob das gelingt, ist jedoch offen. Nicht einmal die Hälfte der erwünschten 90.000 Euro sind erreicht (Wer zum Erhalt des Kulturfestivals beitragen möchte, kann hier spenden). Klar ist: Ohne zusätzliche Unterstützung droht dem traditionsreichen Festival mittelfristig das Aus. Für viele im Bezirk wäre das mehr als nur der Verlust einer Veranstaltung – es wäre ein Einschnitt in das kulturelle Selbstverständnis Altonas.