André Lützen hat in seinen Fotografien die gesamte Vielfalt dieser Straßen festgehalten: das Verbindende und das Trennende, das Skurrile und das Alltägliche, das Vergängliche und das Beständige. Seine Bilder zeigen nicht nur Fassaden, sondern auch die subtile Choreografie des urbanen Lebens. In den Schaufenstern, Straßenschildern und Werbetafeln spiegelt sich eine vielschichtige Form der Selbstdarstellung wider – mal nüchtern, mal überbordend, mal unfreiwillig komisch. Die fotografische Auseinandersetzung mit den Hauptstraßen ist in Lützens Bildern aber mehr als eine dokumentarische Bestandsaufnahme. Sie bietet einen künstlerischen Blick auf das, was oft übersehen wird: die Ästhetik des Alltäglichen, die Poesie der gebauten Umgebung und die Spuren, die Menschen im öffentlichen Raum hinterlassen.
Entstanden ist eine visuelle Reise durch Deutschland – ein Roadmovie in Bildern, das Sehgewohnheiten hinterfragt und zum Nachdenken über den öffentlichen Raum einlädt. Neben den großformatigen Fotografien sind in der Ausstellung Bilder aus Super-8 Filmen zu sehen, die Lützen aus Nachlässen gesammelt hat. Diese privaten Filmaufnahmen gewähren intime Einblicke in vergangene Alltage und ergänzen die kulissenhafte Erzählung um eine weitere emotionale Ebene.
Am Donnerstag, dem 3. Juli 2025 um 15.30 Uhr lädt das Altonaer Museum zu einem Künstlergespräch mit Andre Lützen ein, bei dem der Fotograf von seiner Reise quer durch die Republik erzählt und über die Entstehung seines „Hauptstraßen“-Projekts sowie über die Konzeption der Ausstellung berichtet.
Bereits am Sonntag, dem 29. Juni 2025 liest der Schauspieler Michael Weber um 16 Uhr aus Wolfgang Büschers Buch „Deutschland, eine Reise“. Büscher ist einmal um Deutschland herum gereist – zu Fuß, per Bus, per Anhalter oder auch mit dem Schiff - und beschreibt in seinem Buch ein Land, das unendlich viel eigenwilliger und sonderbarer ist, als wir gemeinhin glauben.


