Trotz anfänglicher Euphorie ist das Urteil mittlerweile gefallen: Die GLOBUS Gruppe wird ihren Markthallen-Standort in Lurup zum 30. September 2026 endgültig schließen. Dieser Schritt wirkt fast schon bizarr, wenn man bedenkt, dass der Markt erst am 20. Juli 2023 mit großem Pomp feierlich eröffnet wurde. Doch das Konzept ließ sich unter den vor Ort gegebenen Rahmenbedingungen offenbar nicht dauerhaft und wirtschaftlich rentabel aufrechterhalten.
Wie Matthias Bruch, der geschäftsführende Gesellschafter der GLOBUS Gruppe, betonte, habe man in den vergangenen Monaten noch intensiv geprüft, ob eine Schließung im Sinne der Mitarbeiter und Kunden abgewendet werden könne – letztlich ohne Erfolg. Für die etwa 200 betroffenen Mitarbeiter ist dies ein besonders bitterer Schlag. Ein beachtlicher Teil von ihnen war bereits beim direkten Vorgänger real,- beschäftigt, erlebte schon damals das kräftezehrende Bangen um den eigenen Arbeitsplatz und muss sich nun abermals einen neuen Arbeitgeber suchen. Aktuell finden Gespräche mit dem Betriebsrat über einen Sozialplan statt, um den Rückzug sozialverträglich abzufedern.
Während GLOBUS sein Portfolio bereinigt und plant, an anderen Orten wie Bielefeld oder Trier weiter zu expandieren, drängt sich für Hamburg die alles entscheidende Frage auf: Wer nutzt künftig die gigantische Verkaufsfläche? Übernimmt jetzt Kaufland die Fläche? Die Filiale am Eckhoffplatz im benachbarten Schenefeld platzt sprichwörtlich aus allen Nähten beziehungsweise passt ohnehin längst nicht mehr ins Konzept der Lidl-Tochter. Ein Umzug in die freigewordene Markthalle klänge auf den ersten Blick absolut logisch.
Doch die Gleichung hat einen entscheidenden Haken: Fast direkt nebenan wird Lidl auf dem ehemaligen BAHR-Baumarkt-Gelände künftig den größten Lebensmittelmarkt Deutschlands errichten. Ob ein Markt aus demselben Haus – beide Marken gehören zur übergeordneten Schwarz-Gruppe – quasi als Nachbar einen weiteren, konkurrierenden Großmarkt betreiben möchte, ist mehr als fraglich.
Zu diesen strategischen Zweifeln auf Seiten möglicher Investoren gesellt sich zudem ein handfestes Standortproblem: Auch die Baugrund-Situation unter dem Grandkuhlenweg in der Straße vor dem GLOBUS-Markt ist nach Jahren „intensiver Untersuchungen“ immer noch nicht final geklärt. Eine solch massive und unwägbare Infrastruktur-Problematik direkt vor der Haustür dürfte jedwede potenziellen Interessenten kräftig abschrecken. Wenn weder die naheliegenden Mitbewerber noch andere externe Investoren dieses finanzielle Risiko eingehen wollen, bleibt am Ende ein erschreckend realistisches Szenario: Droht also ein ewiger Leerstand?





















