Es ist das Ziel des Senats, Lurup und Osdorf möglichst zügig an das Schnellbahnnetz anzuschließen. Dies soll nun um das Jahr 2040 anstatt um das Jahr 2050 umgesetzt werden. Aus diesem Grund hat der Senat entschieden, den Abschnitt Arenen – Osdorfer Born in das Gesamtprojekt U5 zu integrieren. Die Verkehrsbehörde hat die Hochbahn heute dazu mit den Planungen beauftragt. Die genauen Zeitpläne werden im Rahmen des Planungsauftrages nun weiter ausgearbeitet werden. „Der Senat hat die Hochbahn heute beauftragt, mit den Planungen der U5 in Richtung Lurup/Osdorfer Born zu beginnen. Ziel ist es, diesen Planungsabschnitt in das Gesamtprojekt der U5 zu integrieren, damit die Menschen in Lurup und im Osdorfer Born von einer schnelleren Anbindung, von einer besseren Taktung und damit insgesamt von mehr Sitzplätzen profitieren", sagte Dr. Anjes Tjarks, Senator für Verkehr und Mobilitätswende. "Gleichzeitig konzentrieren wir die Planung der S6 auf den Abschnitt bis zur Science City Bahrenfeld und setzen dadurch alles daran, diese Schnellbahn-Anbindung beschleunigt zu realisieren.

39 U5 VerlaufPlanänderung: Jetzt soll die U5 bis zum Osdorfer Born verlängert werden (rote Umrandung), die S6 endet dafür in der künftigen Science City. Foto: Verkehrsbehörde HamburgEine Anbindung mit der S6 wäre erst ca. 2050 möglich und ist betrieblich bedingt nur mit einem 10-Minuten-Takt zu realisieren. Mit der U5 ist ein 2-Minuten-Takt umsetzbar; was für die Menschen, die in Lurup und Osdorf leben und arbeiten, wesentlich attraktiver ist. Die Reisezeiten mit der U5-Anbindung betragen vom Osdorfer Born zum Hauptbahnhof im Mittel 25 Minuten und nach Altona 23 Minuten – inklusive Umstieg in Stellingen.

Neben der schnelleren Umsetzung der Anbindung durch die U5 sind die zahlreichen, entlang der U5 entstehenden Umsteigemöglichkeiten in das bestehende Schnellbahnnetz ein entscheidender Faktor: Am S-Bahnhof Stellingen in die S3 und S5, an Hagenbecks Tierpark in die U2 sowie am U-Bahnhof Hoheluftbrücke in die U3 und Stephansplatz in die U1.

Filiz Demirel, Grüne Wahlkreisabgeordnete für den Wahlkreis Altona-West und Osdorferin freut sich über diese Entscheidung: „Nachdem sich die Menschen im Hamburger Westen über Jahrzehnte für eine Schienenanbindung stark gemacht haben und auch schon so lange auf die Anbindung warten, ist es eine sehr gute Nachricht. Die Verlängerung der U5 Richtung Lurup und Osdorfer Born ist eine deutliche Verbesserung. Denn mit der U5 kommt der Hamburger Westen 10 Jahre früher eine Schnellbahnanbindung, sodass die Menschen schnell am Hauptbahnhof oder in Altona ankommen können - und das deutlich unter 30 Minuten. Weiterhin geplant ist, dass die neue S6 die Science City künftig an das Schnellbahnnetz anbindet. Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass für die Menschen im Hamburger Westen der Weg zur Arbeit aber auch Zugänge zu sozialen und kulturellen Gegebenheiten erleichtert werden. Neben der Realisierung der U5 arbeiten wir weiterhin an der Verbesserung der Busverbindungen als Übergangslösung bis voraussichtlich 2040, wo die U-Bahn aus Osdorfer Born in Richtung City startet.“ Ähnlich äußerte sich auch der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Sören Platten aus Altona: "Wir wollen noch in dieser Wahlperiode konkrete, sichtbare Maßnahmen sehen, damit der Schnellbahnanschluss nicht nur beschlossen, sondern auch erlebbar wird. Auch für flankierende Maßnahmen wie bessere Busverbindungen werden wir weiter Sorge tragen."

Die SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Philine Sturzenbecher und Frank Schmitt, die den Hamburger Westen in der Hamburgischen Bürgerschaft vertreten, begrüßen den Beschluss ausdrücklich. Jahrzehntelange Forderungen nach einer besseren Anbindung können damit in die konkrete Umsetzungsphase gehen.

 Die Integration in die U5 bringt eine erhebliche Beschleunigung mit sich, auch weil die Verlängerung bereits in früheren Machbarkeits- und Wirtschaftlichkeitsstudien untersucht worden ist. „Lurup und der Osdorfer Born können mit dem nun beschlossenen Streckenverlauf rund zehn Jahre früher an die Schiene kommen, als es mit einer S-Bahn-Variante möglich gewesen wäre“, so Schmitt, der für die SPD im Verkehrsausschuss sitzt. Er verweist darauf, dass die Hochbahn als städtisches Unternehmen die Planungen unabhängig von der Deutschen Bahn vorantreiben könne: „Die Hochbahn hat bei Neubauprojekten in der Vergangenheit ihre Zuverlässigkeit bewiesen.“ Für die Menschen in Lurup und Osdorf bedeute eine schnellere Fertigstellung auch eine spürbare Verbesserung ihres Alltags – sei es beim Weg zur Arbeit, ins Krankenhaus, zur Uni oder in die Innenstadt.

Auch Philine Sturzenbecher sieht durch die beschlossene U-Bahn einen Meilenstein erreicht. Wichtig sei nun, dass im Osdorfer Born und Lurup auch bald konkrete Zeichen sichtbar werden, dass die Umsetzung beginnt. „Gerade für die vielen Menschen in Lurup und im Osdorfer Born bedeutet diese Entscheidung eine enorme Erleichterung im Alltag“, erklärt sie. Künftig sei vom Osdorfer Born nur noch mit einer Fahrzeit von rund 25 Minuten bis zum Hauptbahnhof und etwa 23 Minuten bis nach Altona zu rechnen. Entscheidend für diese Verbesserungen sei jedoch, dass die nun getroffene Senatsentscheidung auch konsequent umgesetzt werde, ergänzt Frank Schmitt.

Die Science City Hamburg Bahrenfeld und das dort im Rahmen der Olympia-Bewerbung geplante Olympische Dorf sollen weiterhin durch die S6 erschlossen werden. Aktuell laufen dazu Gespräche, die Planung und Realisierung der S6 zu beschleunigen.

Im Bereich Science City Bahrenfeld werden neben dem Ausbau des Wissenschaftsbetriebs mit den Quartieren am Volkspark rund 3.800 Wohnungen geschaffen. Insgesamt wird die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner dort um rund 14.000 Menschen steigen. Weiterhin werden in Zukunft durch die Verlagerungen naturwissenschaftlicher Institute der Chemie, Physik, Biologie und Data Science der Universität Hamburg in die Science City Hamburg Bahrenfeld rund 6.500 Studierende und 11.000 Erwerbstätige die neue S-Bahn-Linie S6 zusätzlich nutzen können.