„Die Ellerbeker sind aktuell Tabellen-Vierter in der Regionalliga Nord und peilen den Aufstieg in die 3. Liga an – dafür haben wir uns achtbar geschlagen“, urteilte Andree Buhse. Der HSG-Trainer, der „mehrere verletzungsbedingte Ausfälle“ verkraften musste, stellte fest: „Leider haben wir einige freie Würfe und Siebenmeter vergeben, ansonsten hätte es sogar ein offenes Spiel werden können.“
Der Traum vom Aufstieg in die Regionalliga Nord wird sich in diesem Jahr ebenfalls nicht mehr erfüllen. Die 1. Männer der Spielgemeinschaft der Handball-Abteilungen der Vereine SV Blankenese, Rissener SV und Wedeler TSV verkörpern in der Oberliga Hamburg als Tabellen-Siebter nur Mittelmaß. Dass nach 19 Spieltagen den 22 Pluspunkten zurzeit 16 Minuspunkte gegenüberstehen, missfällt Buhse: „Das sind zu viele Minuspunkte“, gab der Coach unumwunden zu und urteilte: „Wenn uns über die gesamte Saison alle Spieler zur Verfügung gestanden hätten, hätten wir locker sechs, sieben Punkte mehr holen können.“
Aber einerseits mussten die Elbvorortler im Sommer 2025 drei schmerzhafte Abgänge verkraften. Ihr Toptorschütze der vergangenen Jahre, Michael Kühn, ging zum Drittligisten HG Hamburg-Barmbek. Bjarne Jessen, hinter Kühn der zweitbeste Torschütze, und Maris von Kuenheim schlossen sich dem in die Regionalliga aufgestiegenen HT Norderstedt an. „Wenn wir diese drei Akteure noch in unserem Team und sie die ihnen zugedachten Rollen eingenommen hätten, würden wir heute nicht nur über ganz andere Dinge reden, sondern auch in der Tabelle deutlich besser dastehen“, vermutete Buhse, der andererseits immer wieder Ausfälle kompensieren musste.
Neben dem Verletzungspech – im Pokalspiel gegen Ellerbek humpelte Danny Bohlken gestützt auf zwei Mitspieler mit einer Knöchelverletzung vom Feld – fehlten auch immer wieder Akteure aus privaten Gründen. Im Sommer 2025 waren während der Saisonvorbereitung vier HSG-Spieler gemeinsam im Urlaub, im Januar fuhr ein Trio zusammen Ski. „Es ist schön, dass unsere Spieler sich auch abseits des Sports verstehen – wir sind wie eine Familie, das macht unseren Verein auch aus“, sagte Buhse, um zugleich für seinen Trainerpartner Marc Bleckmann und sich selbst klarzustellen: „Uns als Trainer nerven die Abwesenheiten.“
Allerdings hielt dieser „nervende“ Umstand die beiden Übungsleiter nicht davon ab, ihre ursprünglich am 30. Juni endenden Vereinbarungen bei der Spielgemeinschaft zu verlängern. „Wir haben keine Vertragslaufzeit vereinbart, sind uns aber einig, dass wir gemeinsam langfristig etwas aufbauen wollen – mit dem Ziel, in die Regionalliga aufzusteigen“, erklärte Bleckmann. Der langjährige HSG-Keeper bildet seit Saisonbeginn ein Gespann mit Buhse, der bereits im Sommer 2023 zu den Elbvorortlern gekommen und Nachfolger von Mirco Demel geworden war. „Die Konstellation funktioniert hervorragend, für uns als Trainer wie auch für den Klub“, erklärte Buhse, um zu betonen: „Wir haben nicht nur unsere Mannschaft im Blick, sondern die Weiterentwicklung des gesamten Vereins.“
Nachdem die Verantwortlichen der im Sommer 2015 gegründeten HSG zunächst ihren Fokus auf den Männer-Handball gelegt und 2020 um den Frauen-Bereich erweitert hatten, setzen sie mittlerweile auch auf der Jugend. „Eine gute Nachwuchsarbeit ist essentiell – auch, damit wir uns selbst gute Spieler ausbilden und in die Männer-Mannschaften integrieren können, anstatt so, wie jetzt, immer externe Neuzugänge holen zu müssen“, erklärte Bleckmann. Von der B-Jugend an abwärts sind alle Jahrgänge besetzt. „Leider fehlt uns eine A-Jugend“, sagte Bleckmann. Da einige Spieler im aktuellen Männer-Kader altersbedingt noch für die A-Jugend spielberechtigt sind, hegen die HSG-Trainer den Traum, noch weitere Talente der Jahrgänge 2008 und 2009 zu finden, um für die kommende Spielzeit eine A-Jugend melden zu können.






















