Ausgangslage war klar: Hätten die Fußballer des Rissener SV am Freitagabend gegen den SV Hörnerkirchen verloren, wäre dies bei dann zehn Punkten Rückstand auf den Spitzenreiter, der zudem noch eine Partie mehr zu absolvieren hat, fast schon das Ende ihrer Hoffnungen im Kampf um die Meisterschaft in der Kreisliga 1 gewesen. Doch die Rissener waren spielerisch deutlich besser und gewannen verdient mit 4:2 (2:1) gegen das bis dato ungeschlagene Team von „Höki“, das jetzt „nur“ noch vier Zähler mehr aufweist.
Nicht nur auf dem Kunstrasenplatz am Marschweg, sondern auch an dessen Spielfeldrand gab es Duelle, und zwar verbaler Art. Einige der 30 mitgereisten SVH-Anhänger echauffierten sich über angebliche Beleidigungen von sieben der zahlreich erschienenen RSV-Fans. Sportlich hatten die Hausherren zunächst die besseren Argumente, als Tim Kapischke einen Freistoß zum 1:0 einköpfte (19. Minute). Einen Foulelfmeter nutzten die Gäste zum Ausgleich (Dennis Eichentopf/28.), ehe abermals Kapischke davon profitierte, dass die Hörnerkirchener hinten zu leichtfertig agierten, was er zum 2:1-Pausenstand nutzte (37.).
Während es Pöbeleien zwischen den Fan-Lagern beider Vereine gab, agierten die RSV-Kicker auch nach dem Seitenwechsel bissiger. Nach einem Einwurf von der rechten Seite, den die Abwehr von „Höki“ nicht richtig klären konnte, köpfte Pelle Allgaier am langen Pfosten zum 3:1 ein (62.). In der Folge erhöhte der Tabellenführer den Druck, aber klare Chancen ließ die gut stehende RSV-Abwehr nicht zu. Sogar 4:1 hieß es, als SVH-Torwart Felix Damrow einen Flachschuss nach vorne abklatschen ließ und Felix Mühlich den Abpraller versenkte (82.). Dieses Tor war umso wichtiger, weil die Gäste kurz darauf zum zweiten Mal trafen: Nach einer Freistoßflanke verkürzte Mirco Fröhlich zum 2:4 (85.).
Nicht auszudenken, wenn Mühlichs Tor nicht gefallen und dies der 2:3-Anschluss gewesen wäre. Auch so rannten die Hörnerkirchener weiter an und die Rissener hätten kurz vor dem Ablauf der achtminütigen Nachspielzeit auf 5:2 erhöhen müssen – aber bei einem 3:1-Überzahlkonter brachte der eingewechselte Tim Wessel das Kunststück fertig, den Ball aus zehn Metern über das verwaiste SVH-Gehäuse zu schaufeln. Aber es reichte auch so zum dritten Sieg in Folge für die Rissener, den die Spieler, die Trainer Luca Herrmann und Daniel Stahl wie auch die Zuschauer ausgelassen bejubelten – wohl wissend, dass damit die Titel- und Aufstiegschance in der Kreisliga 1 gewahrt wurde.





















