Eine Kiste mit Cola und Fanta hatte Nils Hachmann im Kofferraum seines Autos deponiert. Nach der 0:8 (0:5)-Heimniederlage, die der FK Nikola Tesla am Sonntag in der Fußball-Oberliga Hamburg gegen den Spitzenreiter ETSV Hamburg erlitt, hatte der neue Trainer zunächst überlegt, sein Einstandsgeschenk erst nach der nächsten Trainingseinheit zu überreichen. Letztlich stießen die „Teslaner“ dann aber in ihrer Kabine doch schon am Sonntagnachmittag an.
In der Kabine des Sportparks Vorhornweg in Lurup, wo die Liga-Mannschaft von Nikola Tesla seit diesem Sommer ihre Heimspiele austrägt, gab Hachmann seinen Spielern zudem mit auf den Weg: „Wir haben uns zu viele Fehler erlaubt, die der sehr starke Gegner bestraft hat – aber wir dürfen uns jetzt gegenseitig keine Schuldzuweisungen machen, sondern müssen als Mannschaft hart arbeiten, um diese Fehler abzustellen.“ Genau dafür hatten die Tesla-Verantwortlichen am 14. Oktober die Verpflichtung von Hachmann (46) perfekt gemacht.
Tags zuvor hatten sie sich nach 16 Monaten von Aufstiegscoach Mohet Wadhwa (37) getrennt. Dieser Schritt habe „uns allen menschlich sehr weh getan“, betonte Goran Vlaskovic, Liga-Manager der Teslaner: „Wir haben Mohet menschlich sehr geschätzt und gemeinsam großartige Erfolge gefeiert.“ Nach einer Negativentwicklung mit fünf sieglosen Auftritten und zuletzt vier Niederlagen in Folge sei es aber „Zeit für einen neuen Impuls gewesen“, ergänzte Daniel Witt, Sportlicher Leiter des Vereins, der im Mai als Landesliga-Meister erstmals den Aufstieg in die Oberliga geschafft hatte.
„Dort weht ein anderer Wind als in der Landesliga“, weiß Hachmann, der vom Oktober 2022 bis zum Mai 2024 bereits den SV Rugenbergen in Hamburgs höchster Spielklasse trainiert hatte: „Die Spieler der Gegner haben individuell eine höhere Klasse.“ Im Mai 2023 hatte Hachmann mit den Bönningstedtern soeben noch den Klassenerhalt geschafft, den er ein Jahr später knapp verpasste – ebenso wie in der Serie 2024/2025 den Wiederaufstieg, als er mit Rugenbergen den dritten Platz hinter den Teslanern und TBS Pinneberg belegte. Daraufhin verpflichtete die SVR-Führung mit Ex-Profi Thomas Seeliger (59) einen neuen Coach, während Hachmann zum Kummerfelder SV zurückkehrte und beim Bezirksligisten Sportlicher Leiter wurde.
Als die Anfrage der Teslaner kam, habe er aber „nicht lange überlegen müssen“, betonte Hachmann: „Bei Nikola Tesla stimmen die Voraussetzungen. Das ist ein über Jahrzehnte gewachsener, hervorragend geführter Verein mit einem perfekten Umfeld.“ Die Zielsetzung müsse aufgrund der aktuellen Tabellensituation – die Teslaner liegen mit 13 Punkten aus 14 Partien und als Tabellen-15. lediglich einen Rang und drei Zähler vor dem ersten Regelabstiegsplatz – „zunächst einmal der Klassenerhalt sein“, urteilte Hachmann.
Dafür war es schlecht, dass es zu Hachmanns Debüt am 17. Oktober eine 1:2 (1:1)-Niederlage beim direkten Konkurrenten TuRa Harksheide gesetzt hatte. „Eigentlich hätten wir diese Partie gewinnen müssen, haben uns aber auch hier zu viele Fehler erlaubt“, haderte Hachmann, der in Borstel im Kreis Pinneberg lebt. „Wir werden den Klassenerhalt schaffen“, ist Witt fest überzeugt und ergänzte: „Wir werden unseren Trainer nicht hängen lassen, sondern bestmöglich unterstützen.“ Was der Sportchef damit meint: In der Wintertransferperiode wäre Geld für Neuzugänge vorhanden.
Hachmann vermisst aktuell „eine starke Achse auf dem Platz“ und sieht Handlungsbedarf auf den Positionen des Torhüters – weil Leon Henk angeschlagen war, stand Kaito Oinishi gegen den ETSV zwischen den Pfosten –, des zentralen Mittelfeldspielers („Der Sechser ist die wichtigste Position.“) und des Stürmers. „Allerdings haben uns zuletzt auch mehrere wichtige Stammkräfte gefehlt“, gab Hachmann zu bedenken. Ephrahim Asante (27), Zisimos Dimakis (22) und Terje Scheffel (28) verpassten verletzungsbedingt die bisherigen Übungseinheiten und Spiele unter Hachmanns Regie. Ihre Rückkehr wäre wertvoll dafür, dass die Teslaner möglichst bald auf ihren fünften Saisonsieg und spätestens im Mai 2026 auf ihren Klassenerhalt anstoßen können.
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