Blankenese (17. April 2026, Markus Krohn) · Was der Hamburger Senat da unter dem wohlklingenden Label „Huus“ verkauft, ist in Wahrheit ein politisch subventionierter Markteingriff mit Ansage – und auf dem Rücken derjenigen, die seit Jahren den Laden am Laufen halten: der lokalen Taxiunternehmer.

Natürlich klingt es erst einmal sympathisch: Für sechs Euro bequem „von der Haustür zur Bahn“. Ein digitales, modernes Angebot, angeblich die Lösung für die „letzte Meile“. Genau dort, wo der klassische ÖPNV „an seine Grenzen stößt“. 
Aber was hier als Innovation gefeiert wird, ist in Wahrheit ein staatlich orchestrierter Wettbewerbsvorteil für ausgewählte Plattformanbieter – und eben nicht für alle. Zudem unterstützt der Hamburger Senat damit ein US-Amerikanisches Unternehmen in Zeiten von einer beispiellosen Entfremdung der Partner vom andern Ufer des Atlantiks.

Denn während der Senat von „moderner Mobilitätspolitik“ spricht, erleben Taxiunternehmer in Blankenese etwas ganz anderes: Sie werden schlicht übergangen. Wer nicht zufällig Teil der richtigen App-Infrastruktur ist, bleibt außen vor. Das ist kein Fortschritt – das ist Ausschluss per Algorithmus.

Besonders pikant: Die Stadt nutzt bewusst das bestehende Taxigewerbe, um ein neues System aufzubauen – aber eben nur selektiv. Einige dürfen mitspielen, andere werden aussortiert. Das widerspricht nicht nur jedem Verständnis von fairen Wettbewerbsbedingungen, sondern untergräbt auch das Vertrauen in politische Steuerung.

Und ja, man kann argumentieren, dass solche Modelle notwendig sind, um Mobilitätslücken zu schließen. Aber dann bitte transparent, fair und unter Einbindung aller Marktteilnehmer – nicht als Hinterzimmerprojekt mit digitalem Feigenblatt.
Am Ende bleibt ein schaler Beigeschmack: Der Staat tritt nicht mehr als neutraler Regulierer auf, sondern als aktiver Marktgestalter – und entscheidet, wer gewinnt und wer verliert.

Für die Blankeneser Taxiunternehmer ist die Botschaft klar: Ihr wart gut genug für den Alltag – aber nicht für die Zukunft. Das ist nicht akzeptabel. 


Fahren Sie doch mal wieder Taxi. Ihr Markus Krohn