Trotz ständig neuer „Beteiligungsformate“ fühlen sich viele nicht ernst genommen. „Beteiligung“ suggeriert Mitgestaltung, doch häufig sind Pläne faktisch fertig, Spielräume gering, Planer kaum kompromissbereit – so nehmen es jedenfalls Bürger gerne wahr. Bürger sind vor Ort oft die besseren Experten – fachlich vorbereitet und mit präzisem Blick auf die Probleme, die sie alltäglich begleiten.
Auf der anderen Seite stehen Planer und Behördenvertreter, die in Veranstaltungen gerne als Gegner gewertet, auf Fehler hingewiesen werden und zwischen Anwohnern, Interessengruppen, Politik, Verwaltung und Vorgaben vermitteln müssen. Da ist die Versuchung groß, den Weg des geringsten Widerstands zu wählen statt die fachlich beste Lösung.
Erschwert wird es, weil Bürger selbst selten einig sind – Ausnahmen wie die Parkplatzfrage an der Elbchaussee oder die Verkehrsberuhigung der Blankeneser Bahnhofstraße bestätigen die Regel.
Wie also echte Beteiligung organisieren? Indem Fachleute und Anwohner frühzeitig zusammenkommen, Probleme klar benennen und offen über Alternativen sprechen. Indem seriöse Medien diesen Prozess objektiv begleiten. Und indem die gewählten Volksvertreter Entscheidungen treffen, die transparent und erkennbar dem Gemeinwohl und damit den Steuerzahlern dienen – nicht nur der bequemsten Lösung.


















