Elbvororte (4. Juni 2024, Markus Krohn) · Am 9. Juni findet in Ham­burg nicht nur die Euro­pa­wahl statt, zusätzlich werden in den Bezirken die Be­zirksversammlungen ge­wählt. Die in den Bezirken gewählten Vertreterinnen und Vertreter sind wesentlich näher dran an Themen aus den Stadtteilen und vertreten die Interessen ihrer Wähler nicht nur in bezirklichen Angele­gen­heiten (v.a. Baurecht und Ver­kehrsplanung), sondern ma­chen auch bei überbezirklichen The­men Druck gegenüber dem Se­nat. Zudem wählen Bezirksab­ge­ordnete den Bezirksamts­lei­ter oder die Bezirksamtsleiterin und unterstützen das Be­zirksamt.
Damit Sie sich ein Bild von den zur Wahl stehenden Parteien und deren Kandidatinnen und Kandidaten machen können, stellen wir Ihnen in den nächsten fünf Ausgaben die aussichtsreichsten drei Spitzen­kan­didaten und zwei Spitzen­kandidatinnen vor. Dabei be­schränkt sich die DorfStadt-Re­daktion auf diejenigen Partei­en, die eine realistische Chance auf einen Platz in der künftigen Bezirksversammlung Altona haben.


Uwe Batenhorst, 83 Jahre alt, aus Iserbrook, tritt als Spitzen­kandidat für die AfD Altona an. Er gehört schon seit 9 Jahren der Bezirksversammlung Alto­na als Abgeordneter an, hat schon den Wahlkampf der Schill-Partei geleitet.
Zur Politik kam Batenhorst, weil er von der Politik enttäuscht war. Aus Angst vor der Zukunft, die er sich für seine Kinder und Enkelkinder anders vorgestellt hatte, wollte er aktiv werden. Seine politische Hei­mat fand er damals in der soge­nann­ten Schill-Partei, 2014 schloss er sich der AfD Altona an.
„Im Sinne unseres Wahlpro­gramms möchte ich mich für eine gerechtere Verkehrspolitik einsetzen“, sagt Batenhorst. Und fordert: „Schluss mit der Diskriminierung der Autofah­rer. Wir haben ein Bündnis für Radfahrer, so sollten wir auch ein Bündnis für Autofahrer fordern“. Er findet die „ideologische Verkehrspolitik“ der anderen Parteien „furchtbar“. Bei­spiele seien die wegfallenden Spuren auf der Königstraße, Batenhorst befürchtet längere Staus im Berufsverkehr und zu viele Tempo-30-Zonen, die demnächst noch erweitert werden sollen. „Auf Nebenstraßen mit Kitas ist das in Ordnung, aber nicht willkürlich überall in der Stadt“, mokiert sich der ehemalige Werbeleiter eines Großkonzerns. „Wenn in der Is­feldstraße demnächst Tempo 30 gelten würde, müssten ja auch die Busse dort durch die Straße schleichen und kämen langsamer voran“. „Unhaltbar“, so Batenhorst. Für eine Entlastung der Umwelt bräuchte es flie­ßenden Verkehr und nicht noch mehr Stau.
Auch die Planungen rund um die Magistralen liegen dem Iserbrooker im Magen. „Bis jetzt sind die Planungen nur umwelt- und bürgerschädlich!“ Eine Bebauung direkt an der Straße ohne Vorgärten lehnt Batenhorst ab. Er fordert einen Abstand von der Straßenfläche zur künftigen Bebauung von mindestens 5 Metern und Ladezonen.
Neben mehr sozialem Woh­nungs­bau fordert die AfD in Altona mehr finanzielle Unter­stützung des Mittelstandes. So könnte mehr Wohnungs­ei­gen­tum entstehen und der ständige Mietdruck gemindert werden.
Ein besonderes Dorn im Auge ist Batenhorst „die ungerechte Bevorzugung von irregulären Zu­wanderern bei der Woh­nungsvergabe“, die er beenden wolle. „Abgelehnte Asylbewer­ber sind umgehend in ihre Heimat zurückzuführen“, sagt der Iserbrooker, der sich nach eigenen Angaben auch um eine ghanaische Familie kümmert, um den Kindern und der Mutter die Integration in Deutschland zu erleichten. Auf Unver­ständ­nis stößt die „Großsiedlung“ in der Wich­mannstraße in Bah­renfeld. „Hier werden leider nur Geflüchtete untergebracht – wir wollen eine durchmische Bele­gung!“.
Als ehemaliger Leistungs­sport­ler im Fußball und Boxen lieben Batenhorst die Sport­ver­eine am Herzen. Derzeit hält er sich mit und Kraft- sowie Box­training fit.
Gemeinsam mit Dr. Claus Schül­ke vertritt Uwe Baten­horst derzeit die AfD in der Bezirksversammlung als Grup­pe, vertritt seine Interessen im Bau-, Planungs-, Verkehrs- und Hauptausschuß. Bei der diesjährigen Be­zirks­wahl er­hofft er sich mehr Stimmen, um dieses Mal eine Fraktion bilden zu können – mit weitreichenderen Rechten. Derzeit sind die AfD-Abgeord­neten eher isoliert und eigene Anträge werden von den übrigen Abgeordneten meist abgelehnt. Das frustriert, „weil wir im Gegenzug gute Anträge der Fraktionen in der BV auch nicht ablehnen“. Derzeit verzichtet die Gruppe auf weitere Anträge und unterstützt eher Bürgerinitiativen, „weil wir der Meinung sind, dass Politik für die Bürger sein sollte“. Vor allem für Baten­horst ist sein Engagement im Bezirk derzeit ein Fulltime-Job, die Zu­stän­dig­keiten würde er gerne auf mehr Schultern verteilen. „Al­to­na ist für uns ein schwieriges Pflaster. Wir erhoffen uns für die Wahl Rücken­wind von der Bundespolitik. Herr Dr. Bau­mann unterstützt uns so gut er kann“. Als Ziel für die Be­zirkswahl gibt Batenhorst ein Ergebnis „7% aufwärts“ aus. Bis zur Wahl sind es noch knapp dreieinhalb Monate Wahl­kampf. Da kann noch einiges passieren!