Die Zahlen zeigen: Das Potenzial ist vorhanden, die Umsetzung aber braucht Zeit – auch wenn sich nun vorsichtig konkretere Perspektiven abzeichnen, zum Beispiel auf dem HOLSTEN-Areal, wo ein Konsortium aus den Hamburger Unternehmen Quantum, HanseMerkur, der kommunalen Wohnungsgesellschaft Saga und der Haspa entwickelt wird, nachdem diese das Gelände von der Adler Group erworben haben, um ein großes Wohnquartier mit rund 2.000 Wohnungen zu realisieren.
Insgesamt hat Hamburgs Wohnungsmarkt nach schwierigen Jahren einen stabilen Kurs eingeschlagen: 6.734 genehmigte Wohneinheiten im Jahr 2025 bedeuten nicht nur eine leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahr, sondern auch eine Bestätigung der Trendwende, die bereits 2024 eingeläutet wurde. Während bundesweit die Zahl der Baugenehmigungen noch rückläufig war, gelang es der Hansestadt, sich mit einem Plus von 24 Prozent vom Negativtrend abzukoppeln. Seit 2011 summiert sich die Zahl der genehmigten Wohnungen damit auf insgesamt 145.666. In 2025 fiel die Steigerung deutlich geringer aus, dennoch blickt der Senat mit Stolz auf die stabile Lage bei den Genehmigungen.
Im Bezirk Altona waren sowohl die Mitarbeiter der Bauprüfabteilung sowie die an den Prozessen beteiligten Bezirkspolitiker immer stolz auf die erreichten Zahlen. Mit 1.051 genehmigten Wohneinheiten liegt der Bezirk daher weit unter dem ursprünglich ausgegebenen Ziel von mindestens 1.500 Einheiten pro Jahr. Angesichts des angespannten Wohnungsmarktes und der vorhandenen Flächenreserven ist das ein ernüchterndes Ergebnis. Insbesondere Großprojekte, die dem Bezirk eigentlich einen deutlichen Schub verleihen könnten, kommen nur schleppend voran.
Symbolisch dafür steht das Holsten-Areal. Seit vielen Jahren wird über die Nachnutzung des ehemaligen Industrieareals geplant, immer wieder verzögert durch Eigentümerwechsel, Konzeptänderungen und politische Diskussionen. Gleichzeitig gilt das Areal als einer der Schlüsselstandorte für neuen Wohnraum in Altona. Inzwischen verdichten sich jedoch die Anzeichen, dass die Planungen konkreter werden und das Projekt schrittweise in eine Umsetzungsphase übergehen könnte – ein Hoffnungsschimmer für den Bezirk, der dringend zusätzliche Genehmigungen braucht.
Hamburgs Stadtentwicklungssenatorin Karen Pein sieht in den aktuellen Zahlen einen wichtigen Erfolg. Hohe Baukosten und steigende Zinsen hätten den Wohnungsbau lange gebremst, sagt sie, doch durch einen „gemeinsamen Kraftakt“ von Politik, Verwaltung und Privatwirtschaft sei gegengesteuert worden. Maßnahmen wie der erleichterte Dachgeschossausbau, Aufstockungen, beschleunigte Verfahren sowie der Hamburg-Standard und die neue Hamburgische Bauordnung sollen das Bauen schneller und günstiger machen.
Für Altona bleibt die Herausforderung, diese Rahmenbedingungen stärker in konkrete Projekte zu übersetzen. Die Stadt zeigt insgesamt Stabilität, der Markt erholt sich – doch ob der Bezirk künftig mehr als nur gut 1.000 Genehmigungen pro Jahr erreicht, wird sich vor allem an den großen Entwicklungsflächen entscheiden. Das Holsten-Areal könnte dabei zum Prüfstein werden, ob aus jahrelanger Planung endlich spürbarer Wohnungsbau entsteht.


















