Elbvororte (4. Juni 2024, Markus Krohn) · Mit der Aufstellung von Dana Vornhagen für Bünd­nis 90/Die Grünen im Bezirk Altona läuten die Grünen einen Generatio­nen-Wechsel ein: Die 32-Jährige ist zwar erst seit 2019 bei den Grünen in Altona aktiv, hat sich aber in dieser kurzen Zeit bereits in allen wesentlichen Ausschüssen der Bezirksversammlung sowie seit 2020 als stellvertretende Frak­tionsvorsitzende eingebracht. Seit einer ganzen Weile reifte die Entscheidung innerhalb der Fraktion und dem Bezirks­ver­band, den Generationen-Wech­sel an der Spitze der Grünen Politik zu vollziehen.
Aufgewachsen ist Dana Vorn­hagen in einem 200-Seelen-Dorf im Oldenburger Münster­land. Von dort aus ging die damals 19-Jährige in die weite Welt: Erst nach Neuseeland und später zum Studium in die Niederlande und Peru. Im Dorf veränderte sich nichts, in den (Groß-)Städten der Welt so einiges. Das brachte Vornhagen denn auch der Politik näher und dem Wunsch, Verände­run­gen herbeizuführen, um die Welt zu verbessern. Nach ihrem Masterstudium war klar, dass es sie nach Hamburg zieht, denn ihr Partner wohnte bereits in Osdorf. Inzwischen sind die beiden glücklich in Altona-Nord. Von dort aus ist es ein Katzensprung ins weiße Rat­haus Altona…


Es geht um viel bei der diesjährigen Bezirkswahl am 9. Juni im Bezirk Altona: Die Grü­nen wollen wie 2019 erneut stärkste Fraktion in der Be­zirks­versammlung werden und ihre Bezirksamtsleiterin im Amt bestätigen. Vornhagen sieht realistische Chancen für ihre Partei, dieses Ziel auch zu erreichen. Dabei ist ihr auch klar, dass es viele Themen gibt, die auf der Straße liegen, „vor allem, aufgrund der multiplen, teilweise anhaltenden Krisen wie der Klimakrise. Viele Men­schen haben durch Corona viel verloren und tendieren zu Poli­tikverdruss“. Deshalb wollen die Grünen im Wahlkampf vor allem zuhören: „Unsere GRÜNE Partei, unsere GRÜNEN Be­zirks­politikerInnen, haben ein offenes Ohr für die Menschen in Altona: Wir prägen gemeinsam unseren Bezirk. Dabei sind uns gute BürgerInnenbeteiligung und eine offene Kommunika­tionskultur auf lokaler Ebene wichtige Anliegen. Und auch wenn Hamburg eine Einheitsge­meinde ist – uns ist es wichtig, mehr Entscheidungsbefugnisse in die Bezirke zu holen, um unser Zuhause gemeinsam mit den Menschen vor Ort verantwortungsbewusst zu gestalten. Eine gute finanzielle und personelle Ausstattung der Bezirks­ämter ist dafür die Voraus­setzung“, heißt es im Bezirks­wahlprogramm der Partei. Mit ihrem Zuhörstand sind die Wahlkämpferinnen und -käm­p­fer bereits in den vergangenen zwei Jahren in den Vierteln unterwegs und gehen derzeit verstärkt auf Tour um im Dialog mit ihren Wählern herauszufinden, wo aktuell der Schuh drückt.

Dabei stellen die Grünen selbst den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft in ihrem Wahl­pro­gramm nach vorn. Auch klassisch grüne Themen werden weiterverfolgt: Freiraum­gestal­tung in der Stadtplanung, Bar­rierefreiheit, die Mobilitäts­wende und Klimaanpassung. Dabei sollen möglichst viele Grünflächen erhalten oder sogar geschaffen werden. Es geht um schattenspendende und CO2-verbrauchende Bäu­me, eine gerechtere Verteilung des Straßenraums, Treffpunkte für vielfältige und bunte Men­schen sowie Flächen, die Was­ser speichern. Vornhagen sieht großes Potential im Bezirk für Nachpflanzungen, nicht nur im großen Klövensteen, wo seit Jahren ein großes Auffor­stungs­­programm für einen Mischwald läuft, sondern besonders für Bäume direkt in der Stadt. Ein wichtiges Thema, weil immer wieder Bäume gefällt werden. Sei es, dass sie krank sind und umzufallen drohen, oder weil dies wichtige Verkehrsinfrastrukturprojekte erfordern. „Da steht uns unser eigener Anspruch manchmal im Weg“, gibt Dana Vornhagen zu. Beispielsweise mussten gerade an der Reventlowstraße einige Bäume zugunsten des Ausbaus der Veloroute weichen. „Wichtig ist es, dass wir möglichst ortsnah und zahlreich den Wegfall durch Ersatzpflan­zungen ausgleichen“, erklärt sie den grünen Konflikt. „Außer­dem konnten wir in den vergangenen Jahren bei vergleichbaren Projekten wie am S-Bahnhof Ottensen oder an der Elbgau­straße einige Bäume retten.“

Ein weiteres wichtiges Thema ist der Referentin für die Steu­erung der öffentlichen Ver­kehrs­unternehmen in Diensten der Hansestadt eine aktive Bür­gerbeteiligung und mehr Mit­be­stimmung in den Bezirken. „Wichtig ist, dass wir mit den Bürgerinnen und Bürgern mehr kommunizieren, ihre Sorgen ernst nehmen, aber auch mal deutlich sagen, was möglich ist und was nicht“. Umgekehrt erwartet sie aber auch mehr Vertrauen der Bezirkspolitik gegenüber. „Wir brauchen Frei­heit bei der Prioritätensetzung und dazu gehört für mich auch eine ausreichende Ausstattung mit Geldern, die wir im Bezirk gewinnbringend für die Ge­sell­schaft einsetzen können!“ fordert Vornhagen. Für die Pro­jekte im Bezirk reicht das aktuell nicht aus, findet nicht nur Dana Vornhagen.
Ein Thema, bei dem Bezirks­politikerinnen und -politiker viel zu entscheiden haben, ist die Stadtentwicklung. Für Vorn­hagen steht dabei nicht nur die Anzahl der neu zu schaffenden Wohnungen im Vordergrund, sondern auch das soziale Umfeld, das sie mit ihrer Stadtentwicklungspolitik beeinflussen will: Nach dem 15-Minuten-Prinzip sollen die Bewohner möglichst alles erreichen können, was sie zum Leben benötigen. Darüber hinaus ist es ihr Ziel, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern, was hier im Beson­deren möglich ist: Durch Stadt­teilkulturzentren und weitere Angebote für das Zusam­men­sein von Familien, Seniorinnen, Zugezogenen, von allen. Durch Plätze, die zum Verweilen einladen und zusätzliche Tempo-30-Zonen, um die Aufent­halts­qualität und Verkehrssicherheit in den Stadtteilen zu verbessern. Eines der größten Anlie­gen von Dana Vornhagen ist es, die verschiedenen Politik­felder besser miteinander zu verknüpfen und für die noch kommenden Generationen ein zukunftsgerichtetes, lebenswertes Altona zu gestalten. Wenn ihr das gelingt, kann sie nach einer Bezirksversammlung zufrieden nach Hause gehen.

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