Lurup (13. Mai 2026, Konrad Matzen) – Monatelang jagten die Ermittler zwei Männer, die sich offenbar mit perfider Täuschung Zugang zu Wohnungen und Geschäften verschafft haben sollen. Nun klickten nach aufwendigen Ermittlungen und einem SEK-Einsatz in Berlin die Handschellen – doch die Funde werfen neue Fragen auf.

Mit einem ungewöhnlich dreisten Vorgehen sollen zwei Männer im Januar in Lurup und Wilhelmsburg schwere Raubtaten begangen haben. Nach Angaben der Polizei Hamburg stehen ein 27-jähriger Serbe und ein 51 Jahre alter Deutsch-Kroate im Verdacht, sich als Polizeibeamte ausgegeben und ihre Opfer anschließend brutal beraubt zu haben. Vergangenen Freitag wurden beide Tatverdächtige in Berlin festgenommen.

Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht ein Wohnungsraub in der Bornheide in Lurup. Dort hatten die Täter am 14. Januar gegen Mittag an der Wohnung eines 21-Jährigen und dessen 52-jähriger Mutter geklingelt. Als der junge Mann öffnete, sollen die Männer ihn gewaltsam in die Wohnung gedrängt haben. Nach bisherigen Erkenntnissen trugen sie Teile von Polizeiuniformen, Pistolenholster und legten gefälschte Durchsuchungsbeschlüsse vor. Mutter und Sohn wurden gefesselt, anschließend durchsuchten die Täter die Wohnung und erbeuteten Schmuck und Wertgegenstände. Passanten hörten später Hilferufe und alarmierten die Polizei.

Nur zwei Tage später soll dieselbe Tätergruppe erneut zugeschlagen haben – diesmal in einem Schmuckgeschäft an der Veringstraße in Wilhelmsburg. Dort bedrohten mehrere maskierte Männer einen 34-jährigen Angestellten mit einer Schusswaffe, fesselten ihn und flüchteten mit Schmuck in einem dunklen Fahrzeug. Der Mann wurde leicht verletzt.

Die Ermittlungen wurden zunächst von den Raubdezernaten in Altona und Harburg geführt, später übernahm das Landeskriminalamt für Spezielle Einbruchskriminalität (LKA 19). Über Monate hinweg werteten die Ermittler Spuren und Hinweise aus, bis sich der Verdacht gegen die beiden Männer erhärtete.

Am vergangenen Freitag schlugen die Behörden schließlich zu: Gemeinsam mit Berliner Polizeikräften und einem Spezialeinsatzkommando durchsuchten Hamburger Ermittler Wohnungen in Berlin-Schöneberg und Berlin-Rudow. Beide Verdächtigen wurden festgenommen und sitzen inzwischen in Untersuchungshaft.

Bei den Durchsuchungen fanden die Beamten umfangreiche Beweismittel. Sichergestellt wurden Bargeld, hochwertige Luxusuhren und weitere Vermögenswerte im sechsstelligen Bereich. Zusätzlich entdeckten die Ermittler in der Wohnung des 51-Jährigen rund 560 Gramm Kokain. Auch zwei vom jüngeren Tatverdächtigen genutzte Schließfächer wurden durchsucht.

Die Ermittlungen der Polizei und Staatsanwaltschaft dauern an. Dabei prüfen die Behörden auch, ob die beiden Männer für weitere ähnlich gelagerte Taten verantwortlich sein könnten.