Elbvororte (4. Juni 2024, Markus Krohn) · Gefühlt ist Katarina Blume überall: In Rissen, in Ot­ten­sen, in Blankenese oder in Sülldorf. Die Fraktionsvor­sit­zende der FDP-Bezirks­fraktion kämpft sich durch alle Themen: Wirtschaft, Sozia­les, Kultur, Stadtentwicklung… kein Wunder, dass für sie eine politische 60-Stunden-Woche derzeit Normalität ist. Für eine kleine Fraktion mit nur drei Mit­gliedern ist das der Stan­dard.
Warum stellt sie sich dann erneut zur Wahl? „Ich habe Interesse an den Menschen aus meiner Nachbarschaft, will die Freiheit eines jeden Einzelnen und deren Eigenverantwortung fördern“ sagt sie selbstbewusst. Manchmal müsse man auch übergriffige Behörden an die Kandare nehmen und über Schieflagen aufklären. „Ich stelle mir oft die Frage, wer denn für wen da ist.“ Am liebsten wäre es ihr, könnte man die Verwaltungsabläufe vereinfachen und dafür sorgen, dass das vorhandene Geld dort ausgegeben wird, wo es gebraucht wird. Beispiel: Krötentunnel für fast eine halbe Million Euro, die in der ursprünglichen Planung nur 20.000 Euro hätten kosten sollen. „Das ganze Verfahren war für uns in der Bezirks­ver­sammlung nicht transparent genug“ kritisiert sie.


Für Blume ist klar, dass Politik und Behörden nicht vorgeben sollten, was die Menschen im Bezirk toll finden sollen. „Wir machen die Politik ja für die Menschen, die hier leben“. Dafür setzt sie sich jedenfalls ein, sucht nach Gemeinsam­kei­ten oder Kompromissen mit Verbündeten in der Bezirksver­sammlung, die in den Vor­ge­sprächen zu den einzelnen Sit­zungen verabredet und manchmal in gemeinsamen Beschluss­vorlagen münden.
„Je stärker die Opposition in der neuen Bezirksversammlung vertreten ist, desto ausgewogenere Mehrheiten gibt es“, ist die Liberale überzeugt. Manchmal vermisse sie die Objektivität der Verwaltung, besonders der Bezirksamtsleitung in Altona. „Ich habe das Gefühl, dass hier eher eine Rolle spielt, ob eine Entscheidung dem grünen Lifestyle entspricht“. Sie sei gewohnt, mit allen Seiten zu sprechen und Lösungen zu finden, mit denen alle Beteiligten leben können. Als Beispiel nennt sie die Entwicklung rund um den Blankeneser Markt­platz. Bei der Planung zur Neu­ge­staltung hatten zahlreiche Bürgerinnen und Bürger ehrenamtlich mitgearbeitet und um Lösungen gerungen. Am Ende kam heraus, dass etliche Aktive in Blankenese die Fläche nicht für Veranstaltungen nutzen können, wie es eigentlich ge­plant war.
Katarina Blume hat ein Gespür für Themen, die die Menschen bewegen. Kein Wunder: als Filmschaffende war sie freiberuflich viele Jahre mit der Akquise von Drehbüchern ausländischer Autoren für den deutschen Markt beschäftigt. Mittlerweile schreibt sie wieder selber. Nach Stationen in England, der Schweiz und ihrer Studienzeit in den USA hat es die 60-Jährige nach Hamburg verschlagen, wo sie seit über 30 Jahren mit ihrem Mann in Flottbek lebt. Ihre drei Töchter sind mittlerweile alle im Job.
Als stellvertretende Landesvor­sitzende der FDP Hamburg trägt Blume Verantwortung für den Landesverband, als Frak­tionsvorsitzende der FDP Frak­tion Altona engagiert sie sich für ein liberalen und zukunftsfähigen Bezirk.
Das äußert sich auch darin, dass sie gerne zuhört und sich eine Politik wünscht, die sich für die Menschen vor Ort einsetzt. „Ich will damit das Ver­trauen der Bürgerinnen und Bürger in die Politik stärken“. Ein Hickhack wie um die Velorouten-Baustelle in der Reventlowstraße sei da eher Kontraproduktiv, findet Blume.
„Wir sollten mehr Entschei­dun­gen treffen, die von den Be­trof­fenen auch verstanden werden können. Wenn unsere Wähler keine Alternative mehr sehen, wenden sie sich extremen Parteien zu.“ Gibt Blume zu bedenken und fordert, bei den Entscheidungen in der Be­zirks­versammlung Parteiinteressen hintenanzustellen.
Überhaupt möchte Blume die Verwaltung und politische Debatten verschlanken und stattdessen lieber nach pragmatischen Lösungen suchen, „sonst bleiben viele wichtige Projekte liegen, wie das Café im Jenischpark, das wegen zu viel Hin- und Her letztlich wohl nicht mehr realisiert werden kann“.
Blume ist glücklich, mit einem engagierten Team aus erfahrenen Politikerinnen und jungen engagierten Kandidaten in den Wahlkampf zu gehen. Damit will die FDP sowohl die Älteren aus der Gesellschaft in der Be­zirksversammlung vertreten als auch dynamische Junge, die die Digitalisierung im Bezirksamt endlich voranbringen.

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