Mehr Rücksicht im Straßenraum – SPD fordert Mehrgenerationenparkplätze für Altona
Die SPD-Fraktion in der Bezirksversammlung Altona will mit einem neuen Antrag genau hier ansetzen. Mit der Einführung sogenannter Mehrgenerationenparkplätze sollen künftig spezielle Stellflächen geschaffen werden, die breiter, näher gelegen und besser zugänglich sind – gedacht für Familien mit kleinen Kindern, Seniorinnen und Senioren sowie Menschen mit Mobilitätseinschränkungen.
„Mobilität bedeutet Teilhabe – und Teilhabe darf keine Frage der körperlichen Verfassung oder Lebenssituation sein“, sagt Dr. Anna Vogel, Abgeordnete der SPD-Fraktion Altona. „Wenn Menschen schon daran scheitern, überhaupt in die Nähe eines Kundenzentrums, einer Arztpraxis oder eines Sozialzentrums zu kommen, dann brauchen wir neue Lösungen.“
Die Idee ist nicht neu – im Bezirk Eimsbüttel wurden bereits erste Erfahrungen mit solchen Stellplätzen gesammelt. Die Altonaer SPD-Fraktion schlägt nun vor, dieses Konzept auch im eigenen Bezirk umzusetzen. Ziel ist es, an ausgewählten, stark frequentierten Orten wie Kundenzentren oder sozialen Einrichtungen entsprechende Parkflächen auszuweisen – zunächst auf bereits vorhandenen Flächen.
„Für viele ist ein Parkplatz einfach nur ein Parkplatz“, so Anna Vogel weiter. „Aber für manche ist es der Unterschied zwischen einem eigenständigen Alltag und einem, in dem man auf Hilfe angewiesen ist. Es geht darum, Zugänge zu schaffen – buchstäblich.“
Der Antrag sieht vor, dass das Bezirksamt Altona gemeinsam mit der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende sowie der Behörde für Inneres und Sport prüft, wo solche Stellplätze eingerichtet werden können. Auch rechtliche und technische Fragen, etwa zur Beschilderung und Freiwilligkeit der Nutzung, sollen geklärt werden. Denn eine Ahndung durch die Polizei ist derzeit nicht möglich – es braucht also eine gesellschaftliche Lösung statt einer rein ordnungsrechtlichen.
„Wir setzen auf Rücksichtnahme und Bewusstsein“, erklärt Anna Vogel. „Nicht jede Verbesserung braucht sofort ein Bußgeld oder eine Vorschrift. Wenn sichtbar wird, dass hier jemand ein bisschen mehr Platz braucht – und wir diesen Platz geben –, dann gewinnen wir alle an Menschlichkeit.“
Darüber hinaus soll geprüft werden, ob auch private Akteure wie der Einzelhandel oder Wohnungsunternehmen bereit sind, freiwillig solche Parkplätze auf ihren Flächen zur Verfügung zu stellen.
Der Antrag wird am 27. März 2025 in der Bezirksversammlung beraten. Das Bezirksamt soll innerhalb von sechs Monaten im Mobilitätsausschuss über Ergebnisse und weitere Schritte berichten.
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