Blankenese/Berlin - Kommentar (24. Oktober 2025, Wolf Achim Wiegand) · Eben noch sah man sie mit dem Einkaufskorb über den Blankeneser Markt schlendern – morgen schon könnte sie im Bundespräsidialamt sitzen. Die mögliche Wahl von Karin Prien zur Bundespräsidentin wäre ein starkes Signal: Deutschland ist bereit für eine bodenständige Frau an seiner Spitze.

Noch ist offen, ob CDU und CSU sie tatsächlich nominieren, so, wie es Medien kolportieren. Doch schon die Tatsache, dass die erste jüdische Bundesministerin 80 Jahre nach dem Ende der NS-Diktatur überhaupt im Gespräch ist, macht in Zeiten wachsenden Antisemitismus Mut. Prien ist die Enkelin von Holocaust-Überlebenden. Ihre Eltern mussten Deutschland einst verlassen, kamen in Amsterdam unter, wo Prien geboren wurde. Welche Ehre wäre das höchste Amt im Staate für die dreifache Mutter und 60-jährige Juristin!

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Foto: Bundesarchiv

Aus Sicht der Elbvororte knüpft die Prien-Personalie an die Tradition von CDU-Mitbegründer Erik Blumenfeld (1915–1997, Foto) an – ein Überlebender der Konzentrationslager Auschwitz und Buchenwald. Der spätere Zeit-Verleger Gerd Bucerius versteckte den jungen Mann einst in seinem Haus in Othmarschen. Später wurde er Kaufmann und war Bürgerschafts-, Bundestags- und Europaabgeordneter. Sein Faible: Die deutsch-israelische Verständigung. Der Blankeneser Bahnhofsplatz trägt den Namen Blumenfelds.

Dass man Karin Prien auch als Deutschlands Repräsentantin künftig durch die Blankeneser Bahnhofstraße schlendern sehen könnte – das wäre der Unkonventionellen durchaus zuzutrauen. Dann aber wohl begleitet von Personenschutz. Aber vielleicht würde die begeisterte Familienköchin ihre kleinen Kochvideos - die sie auch als Bildungsministerin in Kiel unregelmäßig twitterte - künftig nicht mehr nur aus der Blankeneser Wohnung posten. Vielleicht kriegen wir dann ja Kochkunst-Posts direkt aus dem Berliner Schloss Bellevue – Hashtag: #PrienKocht.

Greenshot Karin Prien

 

"Karin Prien habe ich kennen und schätzen gelernt, als sie sich mit viel Fleiß und Scharfsinn in die politischen Themen in Blankenese und später in der Bürgerschaft eingesetzt hatte. Zugleich konnte ich als ihr Stellvertretender im Ortsverband Blankenese neue Formate wie prominente Podiumsdiskussionen ausprobieren und umsetzen. Das war die erfolgreichste und interessanteste Zeit, damals (2016/2018) aktuelle Themen wie Digitalisierung und Fakenews zu diskutieren und die Erkenntnisse umzusetzen." Johann Riekers, CDU Blankenese

43 MuellerMoellerFoto: Tobias KochKarin Prien ist für mich eine in jeder Hinsicht überzeugende Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin. Sie steht für Integrität, Maß und einen klaren christdemokratischen Wertekompass, der von der Fehlbarkeit des Menschen ausgeht – und sie genau deshalb vor Überheblichkeit schützt. In einer Zeit, in der unsere Demokratie unter Druck steht und der Ton rauer wird, verkörpert sie das Gegenteil: Haltung ohne Härte, Klarheit ohne Überheblichkeit, Streitkultur statt Spaltung.

Trotz all ihres Erfolgs ist Karin Prien immer bodenständig geblieben – ansprechbar, nahbar und zugewandt. Wer sie im Dorf trifft, sieht immer noch die Karin von eh und je. Es wäre schade, sie als herausragende Bundesministerin und Bildungspolitikerin zu verlieren, aber Deutschland würde eine Präsidentin gewinnen, die unserem Land mit Haltung, Herz und Verstand vorsteht. Ich freue mich über den politischen Erfolg meiner Amtsvorgängerin als Vorsitzende der CDU Blankenese und wünsche ihr von Herzen alles Gute.Antje Müller-Möller, Vorsitzende des CDU-Ortsvereins Blankenese und Wahlkreisabgeordnete in der Bürgerschaft.