Neumühlen (24. Oktober 2024, PM/Markus Krohn) · Seit diesem Sommer laufen die Sanierungsarbeiten an der Kaimauer Neumühlen Westkai auf Hochtouren, die der zur Finanzbehörde gehörende Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG) koordiniert. Der LIG hat die anspruchsvolle Aufgabe übernommen, eine neue Kaimauer vor die bestehende Uferwand zu setzen, um eine dauerhafte Sicherung dieses Ufers zu gewährleisten. Der Neubau ist aufgrund der Konstruktion mit komplexen baulichen Herausforderungen verbunden. Die Bauzeit beträgt etwa zweieinhalb Jahre, die Gesamtbaukosten belaufen sich auf rund 49 Millionen Euro brutto. In dieser Summe sind neben den reinen Baukosten auch die Baunebenkosten und die Kosten für die bereits angefallenen Notsicherungsmaßnahmen enthalten.

Finanzsenator Dr. Andreas Dressel sagte: „Die Sanierung der Hamburger Kaimauern ist eine herausfordernde und unverzichtbare Aufgabe, allein schon für die Sicherheit der Spaziergängerinnen und Spaziergänger. Die Aufgabe ist baulich äußerst schwierig, aber nach den Beeinträchtigungen durch die Corona-Pandemie und erheblichen Auswirkungen des Ukraine Kriegs kommen die Sanierungsarbeiten an der Kaimauer in Neumühlen nun planmäßig voran. 2026 kann die viel besuchte Promenade entlang der Elbe dann endlich wieder voll genutzt werden. Insgesamt nehmen wir für die Sanierung der Kaimauern hier und in der Speicherstadt sowie am Hans-Leip-Ufer und am Steendiekkanal rund 536,5 Mio. Euro in die Hand.“

Der Untergrund im Hafenbecken ist für die Bauarbeiter eine spezielle Herausforderung. Daher waren umfangreiche Sondierungen vor der Ausschreibung der Wiederherstellungsarbeiten notwendig. Zudem gibt es nicht viele Unternehmen, die über entsprechende Arbeitplattformen verfügen, um solche Arbeiten ausführen zu können. Außerdem war 2023 eine Ausschreibung gescheitert, weil die Firmen damals lediglich viel zu hohe so genannte Abwehrangebote abgegeben hatten. Die erneute Ausschreibung brachte dann im vergangenen Jahr den erhofften Partner.

Altonas Bezirksamtsleiterin Dr. Stefanie von Berg freut sich schon auf die Wiedereröffnung: „Seit 2017 versperrt ein Bauzaun die beliebte Promenade in Neumühlen. Dass nun ein zeitlicher Horizont aufgezeigt wird, wann die Arbeiten abgeschlossen sind, freut mich sehr für die Menschen in unserem Bezirk und darüber hinaus. Wie wichtig diese Flaniermeilen entlang der Elbe sind, haben wir vor ein paar Jahren weiter westlich am Hans-Leip-Ufer gesehen. Auch dort konnte der Elbuferwanderweg aufgrund von Sanierungsarbeiten entlang der Uferwand nicht genutzt werden – und nach Abschluss der Arbeiten ist die Strecke wieder zu einem beliebten Ausflugsziel geworden. Das wird uns auch in Neumühlen erwarten.“ Hoffentlich seien sie und Dressel dann bei der Eröffnung dabei, äußerte von Berg in Anbetracht der Hamburg-Wahl im kommenden Frühjahr und ihrer möglichen Wiederwahl im Herbst 2025.

Die Realisierung einer vorgesetzten Rohrspundwand erfordert den Einsatz der speziellen Hubinsel „Simone“, von der aus 85 Tragrohre mit einem Durchmesser von 1,40 Metern und einer Länge von bis zu 34 Metern eingebracht werden müssen. Die Hubinsel zählt mit beeindruckenden Abmessungen von 76 x 24 m und einer Tragfähigkeit/Nutzlast von 2.100 Tonnen zu einer der größten ihrer Art. Zwischen die Tragrohre werden anschließend 84 Füllbohlen gesetzt und die neue Kaimauer landseitig mit Schrägankern stabilisiert.

Die Sanierung der Kaimauer im Bereich Neumühlen Westkai ist erforderlich geworden, nachdem im Jahr 2017 erhebliche Versackungen in der Promenadenfläche festgestellt wurden. Die vorhandene Kaimauer hat sich im Schadensbereich um rund 1,60 Meter verformt. Aufgrund akuter Gefahr musste die Promenade seitdem im Bereich der Schlepperstation auf rund 240 Metern gesperrt werden, zusätzlich wurden Notsicherungsmaßnahmen im Bereich der Kaimauer kurzfristig umgesetzt. Nach umfassenden Untersuchungen stellte sich heraus, dass ein kompletter Neubau der Kaimauer erforderlich ist.