In der Bezirksversammlung Altona wird in der kommenden Woche über ein mögliches Pilotprojekt diskutiert, das Zebrastreifen intelligenter machen soll. CDU und FDP haben einen Antrag eingebracht, der den Einsatz sogenannter „smarter Zebrastreifen“ prüfen lässt. Ziel ist es, insbesondere Schulwege sicherer zu gestalten.

Der Hintergrund: Trotz rückläufiger Zahlen bleibt die Unfallgefahr für Kinder hoch. 93 Schulwegunfälle wurden 2024 in Hamburg registriert – ein deutlicher Rückgang, aber noch immer ein ernstzunehmendes Risiko. Bundesweit wird statistisch alle 19 Minuten ein Kind im Straßenverkehr verletzt. Besonders kritisch sind die Morgenstunden zwischen 7 und 8 Uhr.

Die vorgeschlagene Technik setzt auf Sensoren. Sie erkennen, wenn ein Fußgänger die Straße überqueren möchte, und aktivieren daraufhin LED- oder Laser-Markierungen direkt auf der Fahrbahn. Ergänzende Beleuchtung soll zusätzlich dafür sorgen, dass Autofahrer wartende Personen früher wahrnehmen – gerade bei Dunkelheit oder schlechter Sicht.

Neu ist die Idee nicht. Bereits im Frühjahr hatten im Bezirk Eimsbüttel SPD und Grüne ein ähnliches Pilotprojekt angestoßen. Auch andere Städte gehen voran: In Olpe wurde im Sommer 2024 ein entsprechendes System installiert, in Saarbrücken laufen bereits Tests im Alltag. Die Erfahrungen dort gelten als vielversprechend.

Dabei stellt sich auch eine grundsätzliche Frage: Reicht die klassische Beleuchtung von Zebrastreifen heute noch aus? Jahrzehntelang wurden Fußgängerüberwege vor allem durch Straßenlaternen von oben ausgeleuchtet. Doch gerade bei schlechten Sichtverhältnissen, dichter Bebauung oder hohem Verkehrsaufkommen stoßen diese Lösungen zunehmend an ihre Grenzen.

In Altona sehen die Antragsteller vor allem im Umfeld von Schulen, Sportanlagen und stark frequentierten Straßen Handlungsbedarf. Dort könnten smarte Systeme gezielt eingesetzt werden, um Gefahrenstellen zu entschärfen.

Konkret soll nun geprüft werden, wo ein solcher Test sinnvoll wäre. Das Bezirksamt soll gemeinsam mit Fachbehörden geeignete Standorte identifizieren und die Ergebnisse im Mobilitätsausschuss vorstellen.

Ob und wann die ersten leuchtenden Zebrastreifen tatsächlich in Altona installiert werden, ist noch offen. Geld steht dem Bezirk nicht zur Verfügung und müsste vom Senat bewilligt werden, sodass vermutlich ein Pilotprojekt in einem der sieben Bezirke in Hamburg gestartet wird. Vielleicht in Altona?

Wer mehr über das Projekt und weitere Debattenpunkte der Bezirksversammlung Altona verfolgen will, kann das morgen ab 18 Uhr im Stream auf Youtube tun.