Elbvororte (4. Juni 2024, Markus Krohn) · DIE LINKE Altona will de­mokratische Beteiligungen in die Bezirksversammlung tragen und dafür sorgen, dass im Bezirk soziale Ge­rechtigkeit gelebt wird. Dazu gehört für Karsten Strasser, den Spitzenkandi­daten der diesjährigen Bezirks­wahl, der zunehmenden sozialen Polarisierung entgegenzuwirken und sich für bezahlbaren Wohnraum einzusetzen. Zudem behält seine Fraktion die Personalausstattung des Bezirksamtes sowie eine gute Tarifentwicklung für die Mit­arbeitenden im Blick. Außer­dem müsse politischer Einfluss genommen werden, um die soziale Infrastruktur in den einzelnen Stadtteilen von Jugend­zentren über Bürgerhäusern bis hin zu Seniorentreffs deutlich zu verbessern.
Das ist nicht immer einfach, denn als Oppositionspartei mit nur acht ehrenamtlichen Abge­ord­neten ist die Arbeitsbe­la­stung enorm groß. Für Karsten Strasser ist es jedoch eine Her­zensangelegenheit, für soziale Gerechtigkeit, Ökologie und Klimaschutz sowie die Stär­kung der Bezirke zu streiten. Seit 2004 ist er Mitglied von DIE LINKE. „Dabei ist es mir sehr wichtig, politische Arbeit im Stadtteil eng mit meiner Tätigkeit als Bezirksabgeord­neter im Rathaus Altona zu verbinden. Seit vielen Jahren arbeite ich deshalb in den Stadtteilbeiräten Luruper Fo­rum und Borner Runde mit. Täglich bin ich als Rechts­schutz­sekretär des Sozial­ver­bands SoVD und Rechtsanwalt mit der tiefen sozialen Spaltung unserer Stadt konfrontiert. Ich helfe dabei, soziale Härten abzumildern.“


Karsten Strasser, der in Dortmund aufgewachsen ist, kam schon 1993 für die zweite Hälfte seines Studiums nach Hamburg. Die als liberal geltende Hansestadt hatte ihn angezogen, nachdem er bereits als Jugendlicher den GRÜNEN beigetreten war. 2004 verließ er die Partei wegen sozial- und friedenspolitischer Differenzen nach über 20 Jahren. Seine neue politische Heimat fand er bei der Linkspartei in Altona, dem Bezirk mit den 14 sehr ver­schieden ausgeprägten Stadt­teilen und Menschen unterschiedlichster Herkunft und Lebensumständen. Strasser schätzt die Zusammenarbeit mit Bürgerinitiativen, deren Anliegen er versucht, in die Bezirksversammlung zu tragen und die er in politischen und juristischen Fragen berät. Viele Bürgerinnen und Bürger engagieren sich zum Beispiel seit vielen Jahren im Stadtteilbeirat Luruper Forum für ihren stark wachsenden Stadtteil. „Der Be­darf, kulturelle und soziale Angebote zu verbessern, ist hier riesig“, so Strasser.
Genau wie alle anderen Stadt­teile braucht Lurup eine gute Interessenvertretung im Rat­haus Altona, damit sich die Verhältnisse vor Ort weiter verbessern. Das Luruper Ortszen­trum rund um den Eckhoffplatz sollte durch einen Mix öffentlicher und privater Dienstlei­stun­gen deutlich attraktiver gestaltet werden, schlägt Stras­ser vor. Seit vielen Jahren fehle eine moderne Bücherhalle so­wie Möglichkeiten, sich zu treffen, wie zum Beispiel Cafés und Restaurants. Das zurzeit noch am Rande gelegene, aber gut angenommene Stadtteilhaus Lurup am Böverstland sollte einen neuen zentralen Standort in Lurup erhalten. Eine einladende Ortsmitte mit einer restaurierten Schulkate, die als Wohlfühlort für die hier lebenden Menschen dient, ist ihm sehr wichtig. „Stattdessen schließen immer mehr Ge­schäfte – zuletzt der Postservice in der Postbank­fi­liale“. Der Luruper Ortskerns verliere an Attraktivität.
Auch andere Projekte des Bezirks begleite DIE LINKE, um das Gemeinwohl, soziale Ge­rechtigkeit und Integration zu fördern. „Bei bestimmten The­men bleiben wir die kritische Stimme des Bezirks“, sagt Strasser. So legt seine Fraktion immer wieder den Finger in die Wunde, wenn etwa bei der Sanierung des Wildgeheges Klövensteen das zwischen den Bürgerinitiativen abgestimmte und von der Bezirksver­samm­lung beschlossene Zukunfts­konzept vom Bezirksamt frei interpretiert wird und beispielsweise der neue Spielplatz dann doch hinter verschlossenen Türen geplant wird. „Die Ver­waltung sucht sich hier ihren eigenen Weg über die Köpfe der einstmals sehr engagierten Bür­ger hinweg. Das frustriert diejenigen, für die die Behörden ja arbeiten sollten und keine Verhandlungsposition mehr haben.“ Da braucht es einen verlässlichen Partner, der die Themen auf der politischen Agenda behält. Auch bei der Umsetzung der neuen Stern­brücke bleibt DIE LINKE am Ball. Sie trägt die scharfe Kritik vieler Menschen im Schanzen­viertel an der von der Bahn favorisierten „Monsterbrücke“ ins Rathaus Altona.

Die Fraktion prangert immer wieder Immobilienspekula­tio­nen an, wenn sie sie gleichwohl nicht verhindern kann. „Es wäre deutlich besser, wenn viele Bauvorhaben, die im Bauausschuss bisher hinter verschlossener Tür verhandelt werden, dort öffentlich diskutiert würden“, fordert Strasser. Denn in der Regel würden die Interessen von Investoren be­vorzugt. So wird an der Ecke Barnerstraße/Bahrenfelder Straße in Ottensen statt der ursprünglich geplanten, dringend benötigten Wohnungen eine Bankzentrale entstehen. Wenn die Forderung vieler Bürgerinnen und Bürger, be­zahlbaren Wohnraum zu schaffen, unberücksichtigt bleibt, leidet die Glaubwürdigkeit von Politik und Verwaltung darunter, so Karsten Strasser.
Besser wäre es, meint er, betroffene Bürger in die politische Arbeit einzubinden und mitzunehmen. „Davon profitieren vor allem die Betroffenen, aber auch die Verwaltung.“ Und es gibt durchaus Erfolge: Durch eine erneute Prüfung der Planung zur Veloroute 14 entlang der Elbgaustraße konnten beispielsweise 30 Fällungen von alten Bäumen vermieden werden – für alle Beteiligten ein Gewinn!

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