Die U5 ist das größte U-Bahn-Projekt in der Geschichte Hamburgs. Mit geschätzten Gesamtkosten von bis zu 16,5 Milliarden Euro soll sie in mehreren Bauabschnitten quer durch die Stadt führen – von Bramfeld über die City Nord und die Innenstadt bis in den Westen. Ziel ist es, bislang schlecht angebundene Stadtteile leistungsfähig an das Schnellbahnnetz anzuschließen und gleichzeitig den motorisierten Individualverkehr zu reduzieren.
Der erste Bauabschnitt von Bramfeld bis zur City Nord ist finanziell abgesichert. Der Bund hat hierfür eine Förderung von mindestens 1,3 Milliarden Euro zugesagt; inflationsbedingt könnte dieser Betrag auf bis zu 1,9 Milliarden Euro steigen. Die Gesamtkosten für die sogenannte U5 Ost werden auf rund 2,9 Milliarden Euro beziffert. Auch für den zweiten Abschnitt von der City Nord bis zur Jarrestraße hat der Senat im August 2024 rund 1,5 Milliarden Euro freigegeben.
Für den Westen Hamburgs steht zunächst die Strecke bis zu den Arenen am Volkspark im Fokus. Die Planungen laufen, die Vorplanung soll nach aktuellem Stand bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Damit würde die U5 künftig Großveranstaltungen im Volkspark deutlich besser anbinden und die Verkehrsbelastung rund um die Arenen spürbar senken.
Offen bleibt jedoch die entscheidende Frage: Wird die Linie darüber hinaus bis nach Lurup und Osdorf geführt?
Gerade diese beiden Stadtteile gelten seit Jahrzehnten als verkehrlich benachteiligt. Zwar existieren leistungsfähige Busverbindungen, doch eine direkte Schnellbahnanbindung fehlt. Entsprechend groß war das Interesse, als Anfang des Jahres mehrere Beteiligungsformate zur Grobplanung angeboten wurden. Über einen Online-Dialog sowie Veranstaltungen vor Ort konnten Anwohner Hinweise zu möglichen Trassenverläufen, Haltestellenlagen und städtebaulichen Auswirkungen einbringen. Die Auswertung dieser Beteiligung zeigt ein hohes Maß an Engagement und den klaren Wunsch nach einer leistungsfähigen Schienenanbindung.
Politisch ist das Thema inzwischen prominent besetzt. Verkehrssenator Dr. Anjes Tjarks kommt am Mittwoch, 18. Februar, um 18 Uhr ins Bürgerhaus Bornheide in Osdorf, um über den aktuellen Projektstand zu informieren und Fragen zu beantworten. Eingeladen haben die Grünen Bürgerschaftsabgeordneten Selina Storm und Filiz Demirel. Ziel der Veranstaltung ist es, Transparenz über den Stand der Planungen zu schaffen und die Perspektiven für Lurup und Osdorf zu diskutieren.
Entscheidend wird sein, ob eine Verlängerung über die Arenen hinaus in die Nutzen-Kosten-Bewertung des Bundes aufgenommen werden kann. Nur wenn der volkswirtschaftliche Nutzen die Baukosten ausreichend übersteigt, sind umfangreiche Fördermittel realistisch. Angesichts der ohnehin enormen Gesamtsumme des U5-Projekts steht jeder zusätzliche Streckenabschnitt unter besonderem finanzpolitischem Druck.
Für die Bewohner von Lurup und Osdorf geht es um mehr als eine neue Linie im Netzplan. Eine U-Bahn-Anbindung würde die Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen, Schulen und kulturellen Angeboten erheblich verbessern und könnte Impulse für Stadtentwicklung und Wohnungsbau setzen. Gleichzeitig würden Busverkehre entlastet und Fahrzeiten verkürzt.
Ob die U5 tatsächlich bis an den Osdorfer Born geführt wird, ist damit noch nicht entschieden. Klar ist jedoch: Die politische und öffentliche Aufmerksamkeit für dieses Teilstück wächst. Die kommenden Planungsjahre werden zeigen, ob aus der Vision einer U-Bahn im Hamburger Westen endlich konkrete Baupläne werden.
Bürgergespräch am Mittwoch, 18. Februar, 18 Uhr:
Filiz Demirel und Selina Storm im Gespräch mit Verkehrssenator Anjes Tjarks
Bürgerhaus Bornheide
Bornheide 76


















