Bezirk Altona (7. November 2025, Markus Krohn) · Was bewegt Altona – und wer bewegt Altona? Im Bezirk wird Politik zum Anfassen gemacht: nah dran am Alltag, offen für alle, manchmal laut, immer konstruktiv.
Ein persönlicher Rückblick auf Streit, Kompromisse und das gute Gefühl, gemeinsam etwas zu bewegen. Das schreibt Antje Müller Möller zum Abschied aus der Bezirkspolitik:

Bezirksversammlung? Wer kennt sie, wer schätzt sie? Das Altonaer Rathaus ist wunderschön – doch trotz seiner weißen Pracht ist es für viele eher eine Black Box. Kein Wunder: In der öffentlichen Berichterstattung kommen die Bezirke kaum vor. Umso bemerkenswerter ist es, dass die DorfStadt-Zeitung nun einen Live-Blog zur Bezirksversammlung gestartet hat. Denn dort wird entschieden, was uns im Alltag direkt betrifft – von der Baugenehmigung über den Spielplatz bis zum Radweg. Kurz gesagt: Hier passiert Politik zum Anfassen.

Als scheidende Abgeordnete der CDU-Fraktion in Altona blicke ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurück. Meine Zeit in der „BV“ war kurz, aber intensiv. Angefangen habe ich 2022 als zu­benannte Bürgerin im Jugendhilfeausschuss – ein Ehrenamt, das übrigens jeder übernehmen kann, der von einer Fraktion als sachkundig erachtet wird. Dort durfte ich an einem Konzept zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen mitarbeiten, das inzwischen als vorbildlich für ganz Hamburg gilt. Und ich habe gelernt: Wenn man sich engagiert, bekommt man in Altona die Chance, wirklich etwas zu bewegen.

Ab Juli 2024 durfte ich dann als Abgeordnete in der Bezirksversammlung mitwirken – bis ich nun, nach meiner Wahl in die Hamburgische Bürgerschaft, das Mandat zurückgebe.

Was macht man eigentlich in der Bezirksversammlung? Kurz gesagt: Wir kontrollieren die Verwaltung. Und wer kontrollieren will, muss erst einmal verstehen, wie Verwaltung funktioniert – keine leichte Kost, aber ungemein spannend. Für die Verwaltung ist das manchmal unbequem, aber genau so soll es sein. Demokratie ist schließlich kein Wellnessprogramm.

Und Altona ist, politisch betrachtet, ein ganz eigenes Pflaster. Hier wird gestritten – leidenschaftlich, sachlich, manchmal auch laut. Obwohl es rechnerisch möglich wäre, feste Mehrheiten zu bilden, gibt es keine Koalition. Jede Entscheidung wird neu verhandelt. Das ist mühsam, ja, aber es ist auch ehrlich. Niemand kann sich einfach hinter Fraktionsdisziplin verstecken. Man muss überzeugen – mit Argumenten, nicht mit Absprachen.

Ein Beispiel dafür ist die jüngste Wahl des neuen Bezirksamtsleiters Dr. Kloth. CDU, Grüne und SPD haben sich gemeinsam auf diesen Kandidaten geeinigt – und damit auch bestimmte inhaltliche Schwerpunkte für Altona festgeschrieben. Das war kein Selbstläufer, sondern das Ergebnis intensiver Diskussionen, zäher Verhandlungen und viel Vertrauen. Ein echter Altonaer Weg: pragmatisch, respektvoll, lösungsorientiert. Politik nicht als Lagerkampf, sondern als gemeinsame Verantwortung für den Bezirk.

Gerade in Zeiten von Politik- und Staatsverdrossenheit setzt Altona damit ein starkes Zeichen: Hier wird Demokratie gelebt – streitbar, kreativ, konstruktiv. Und wer einmal erlebt hat, wie sich durch beharrliche Arbeit, durch Gespräche und Kompromisse etwas Konkretes im Stadtteil verändert – wenn ein Spielplatz erneuert, eine Straße sicherer oder ein Verein unterstützt wird –, der weiß, wie erfüllend Politik sein kann.

Aber was viele gar nicht wissen: Alle Sitzungen der Bezirksversammlung und ihrer Ausschüsse sind öffentlich. Jede und jeder kann vorbeikommen, zuhören und miterleben, wie Politik funktioniert – manchmal laut, oft sachlich, immer mit Herzblut. Und wer selbst ein Anliegen hat, kann eine sogenannte Eingabe stellen. Diese wird dann tatsächlich in den zuständigen Ausschüssen beraten – kein Symbol, sondern echte Beteiligung.

Also: Kommen Sie doch mal vorbei! Demokratie ist keine Show – sie lebt von uns allen. Vielleicht treffen wir uns auf der Zuschauerbank.

 

Einladung zur Eröffnung des neuen Wahlkreisbüros:

Antje Müller-Möller hat bei der letzten Hamburg-Wahl (2. März 2025) ein Mandat für die CDU in der Bürgerschaft gewonnen. In dieser Woche legte sie ihr BV-Mandat nieder, um sich ganz auf die Bürgerschaft konzentrieren zu können. Am Sonnabend, dem 15. November von 11–15 Uhr lädt sie Menschen und Vertreter von Organisationen und Vereinen in ihrem Wahlkreis zur Einweihung ihres Wahlkreisbüros in der Blankeneser Hauptstraße 162 ein: "Mir ist es wichtig, mit den Menschen und Organisationen im Wahlkreis offen zu begegnen und aufmerksam zuzuhören – mittendrin im Geschehen gelingt das besonders gut. Darauf möchte ich mit Ihnen anstoßen