Die Zahl der Hygienekontrollen in gastronomischen Betrieben und im Lebensmittelhandel im Bezirk Altona ist in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Das geht aus einer Anfrage der FDP-Fraktion in der Bezirksversammlung hervor. Wurden 2023 noch 1.451 planmäßige Kontrollen durchgeführt, waren es 2025 nur noch 977 – ein Rückgang um rund ein Drittel.
Auch bei den anlassbezogenen Kontrollen zeigt sich ein auffälliger Trend. Diese Überprüfungen, die etwa nach Beschwerden oder bei konkreten Verdachtsfällen stattfinden, gingen zunächst stark zurück: von 74 im Jahr 2023 auf lediglich 24 im Jahr 2024. Im Jahr 2025 stieg die Zahl wieder auf 55, bleibt damit aber unter dem ursprünglichen Niveau.
Für die FDP ist diese Entwicklung alarmierend. „Lebensmittelhygiene ist keine Nebensache, sondern zentraler Verbraucherschutz“, erklärte Fraktionsvorsitzende Katarina Blume. Verbraucher müssten sich darauf verlassen können, dass Speisen und Getränke in Restaurants, Imbissen, Cafés und Supermärkten einwandfrei angeboten werden.
Gleichzeitig betonen die Liberalen, dass die große Mehrheit der Betriebe verantwortungsvoll arbeite und hohe Standards einhalte. Gerade diese Unternehmen seien auf verlässliche Kontrollen angewiesen, um faire Wettbewerbsbedingungen zu sichern. Wer in Qualität investiere, dürfe nicht gegenüber schwarzen Schafen benachteiligt werden.
Als Hauptgrund für den Rückgang nennt das Bezirksamt fehlende personelle Kapazitäten. In den vergangenen Jahren seien Stellen unbesetzt geblieben, zudem habe es langfristige Ausfälle gegeben. Dadurch stünden weniger Ressourcen für regelmäßige Routinekontrollen zur Verfügung. Auch könne nicht in allen Fällen nachvollzogen werden, ob vorgesehene Kontrollintervalle eingehalten wurden.
Die Folgen dieser Entwicklung könnten weitreichend sein. Weniger Kontrollen bedeuten ein höheres Risiko, dass hygienische Mängel unentdeckt bleiben. Im schlimmsten Fall drohen gesundheitliche Konsequenzen für Verbraucher – von Magen-Darm-Erkrankungen bis hin zu Lebensmittelvergiftungen.
Auch das Bezirksamt sieht Handlungsbedarf und verweist auf notwendige Verbesserungen bei Personal und Finanzierung. Die FDP fordert daher heute Abend in der Bezirksversammlung eine Stärkung der Lebensmittelüberwachung in Altona. Regelmäßige und wirksame Kontrollen seien nicht nur für den Gesundheitsschutz entscheidend, sondern auch für das Vertrauen in den Standort und die vielen seriös arbeitenden Betriebe.




















