Der wichtige Meilenstein ist erreicht: Nach intensiven Monaten gemeinsamer und eng getakteter Bauarbeiten ziehen der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG), Hamburg Wasser (HW) und die Hamburger Energienetze (HNE) eine positive Zwischenbilanz. Der östliche Abschnitt der Elbchaussee, gelegen zwischen der Betty-Levi-Passage beziehungsweise Klopstockstraße und dem Hohenzollernring, wird am kommenden Dienstag, den 14. Juli, temporär wieder für den Verkehr in beide Richtungen freigegeben.
Dass diese Öffnung genau jetzt erfolgt, ist einem straffen Terminplan und einer cleveren logistischen Verknüpfung zu verdanken. Die Freigabe der Elbchaussee wurde bewusst mit der Erneuerung der Eisenbahnüberführung an der Sternbrücke koordiniert. Da die Stresemannstraße dort im Zuge des Einhubs in Kürze voll gesperrt werden muss, dient die Hamburger Vorzeigestraße ab Dienstag als wesentliche Ausweichroute, um den Verkehr im Westen der Stadt nicht vollständig zum Erliegen zu bringen.
Unter der Erde hat sich im Ostteil in der Zwischenzeit einiges getan, um die Straße dauerhaft zukunftsfähig zu machen. Eine riesige neue Trinkwasser-Transportleitung sowie zahlreiche Hausanschlüsse mit einer stolzen Gesamtlänge von knapp 2.500 Metern wurden verlegt. HNE brachte rund 8.000 Meter Stromleitungen auf den neuesten Stand, während zudem etwa 4.000 Meter für Telekommunikation von den Anbietern wilhelm.tel und Dataport in den Boden wanderten. Eine absolute Mammutaufgabe, die einen entscheidenden Beitrag zur langfristigen Versorgungssicherheit der Magistrale leistet.
Auch der Straßenbau selbst ist weit fortgeschritten. Drei der vier geplanten Asphaltschichten – zwei Tragschichten und eine Binderschicht – sind bereits aufgetragen und mit gelben, vorläufigen Markierungen versehen. Die finalen Arbeiten in diesem Segment, wie der Einbau der obersten Deckschicht sowie die vollumfängliche Herstellung der Rad- und Gehwege, folgen voraussichtlich ab September, sobald der neue Sternbrücken-Bogen sitzt.
Währenddessen richtet sich der Blick der Verkehrsobjekte-Planer längst weiter gen Westen. Im zweiten Bauabschnitt zwischen Parkstraße und Liebermannstraße laufen die Baumaßnahmen bereits seit dem 1. Juni 2026. Dort erneuern die Trupps aktuell die Leitungen für Strom und Telekommunikation. Im September, ebenfalls nach Abschluss der kritischen Sternbrücken-Phase, kommen dann die aufwendigen Arbeiten an den Haupt-Trinkwasserleitungen (Transportleitung DN 800) hinzu, wofür abermals Vollsperrungen nötig sein werden.
Der letzte Straßenabschnitt von der Liebermannstraße bis zum Hohenzollernring steckt derzeit noch im Planungs- und Abstimmungsprozess. Und hier droht Konfliktpotenzial: Während die Behörden das „Kooperative Bauen“ – den Zusammenschluss unter dem Dach der INFRACREW HAMBURG zur Minimierung der Beeinträchtigungen – loben, regt sich zunehmend lokaler Widerstand. Eine Initiative engagierter Anwohner fordert vehement eine stärkere Beteiligung am Verfahren. Der Grund ist ein altbekanntes Streitthema: Sie befürchten unter anderem einen massiven Verlust der ohnehin raren Parkplätze oberhalb der Strandperle.
Bis solche Hürden aus dem Weg geräumt sind und der gesamte zweite Bauabschnitt der Elbchaussee komplett erneuert ist, wird also ohnehin noch einige Zeit vergehen. Der anvisierte Abschluss dieses Vorzeigeprojekts bleibt aber vorerst im Zeitplan: Voraussichtlich im März 2030 sollen die Bagger final abrücken.





















