Das Café MAATS am Elbuferwanderweg in Blankenese steht vor dem Aus. Ende Juli schließen die Betreiberinnen Annbritt Posselt und Stephanie Kaul die Türen ihres Lokals – nach rund neun Jahren, in denen das MAATS zu einer festen Institution in den Hamburger Elbvororten geworden ist.

Für viele Gäste war das MAATS weit mehr als ein Café. Es war Treffpunkt, Rückzugsort und Aussichtspunkt zugleich – mit Blick auf die Elbe und die vorbeiziehenden Containerschiffe. Der Duft von frischem Kaffee, belgische Waffeln und Matjesbrötchen prägten das Angebot, doch entscheidend war die Atmosphäre: persönlich, herzlich und authentisch.

Unser geliebter Boxenstopp bei euch ist nicht an diesem Standort zu ersetzen. Ihr macht es mit so viel Liebe und Herzblut, die Location ist einmalig – ihr seid einmalig“, schreibt ein Nutzer auf Instagram. Ein anderer kommentiert: „Das ist aber sehr schade. Noch ein schönes Plätzchen weniger – und damit nochmal weniger Vielfalt in der Gastro-Szene Hamburgs.

Viele zeigen sich betroffen und hoffen auf einen Neuanfang an anderer Stelle: „Bitte findet einen neuen Ort für euch und uns“, heißt es in einem weiteren Beitrag. Andere versuchen, Trost zu spenden: „Wenn sich eine Tür schließt, öffnen sich dafür so viele neue.

Auch aus der Politik kommt Bedauern über das Ende des beliebten Treffpunkts. Dr. Anke Frieling, Bürgerschaftsabgeordnete aus dem Hamburger Westen, erklärt: „Es ist traurig, dass diese Tradition am Elbufer nicht weitergeht.“

Die Gründe für die Schließung bleiben offiziell unkonkret. Die Betreiberinnen selbst sprechen davon, dass die Entscheidung nicht bei ihnen liege. Hintergrund ist offenbar ein ausgelaufener Pachtvertrag. Die Stadt Hamburg beziehungsweise die zuständige Stadtreinigung Hamburg sucht demnach einen neuen Betreiber, der unter anderem öffentliche Toiletten länger zugänglich macht – ein Konzept, das für viele Gastronomen wirtschaftlich schwer umzusetzen ist. Gleiches gilt im Übrigen für die Stadt, die Gastronomen gerne für die Bewirtschaftung von öffentlichen Klos einbindet, um belebte Orte mit weniger Vandalismus zu schaffen. So geschehen in Freibädern, im Markthaus Blankenese oder beim künftigen Cafékonzept im Jenischpark. Allerdings mit jeweils zweifelhaftem Erfolg.

Dabei hat das MAATS in seiner Geschichte bereits zahlreiche Herausforderungen gemeistert. Neben Sturmfluten und den Einschränkungen der Pandemie traf das Café im Herbst 2023 auch ein Erdrutsch, der Teile des Gebäudes beschädigte. Dennoch hielten Posselt und Kaul an ihrem Konzept fest und führten den Betrieb mit großem Engagement weiter.

Dass es nun dennoch endet, trifft viele im Stadtteil hart. Was bleibt, sind Erinnerungen an einen besonderen Ort – und die Gewissheit, dass solche Plätze nicht selbstverständlich sind. Bis Ende Juli haben Gäste noch Gelegenheit, Abschied zu nehmen. Für viele dürfte jeder Besuch nun ein Stück bewusster, intensiver und emotionaler sein als zuvor.

MAATS