Die Bezirkssportanlage Dockenhuden hat in den vergangenen Monaten eine sichtbare Verwandlung durchlaufen. Wo einst eine marode, teils matschige Laufbahn und ein deutlich schiefes Gelände den Trainingsbetrieb erschwerten, entsteht nun eine moderne Anlage für Leichtathletik und Fußball. Noch im Herbst 2025 galt der Zustand als kaum tragbar: Laub hatte die Tennenbahn aufgeweicht, das Gefälle von rund 20 Zentimetern zwischen den Geraden machte reguläre Wettkämpfe praktisch unmöglich.

Inzwischen sind große Teile der Arbeiten abgeschlossen. Der Rasen ist angewachsen und das erste Mal gemäht, die Rundbahn frisch beschichtet. Dennoch bleibt die Anlage vorerst gesperrt. Der Grund: Die finale Fertigstellung verzögert sich – auch wetterbedingt.

Die Baumaßnahme wird voraussichtlich Ende Kalenderwoche 28 abgeschlossen sein. Eine vollumfängliche Nutzung wird nach den Hamburger Schulsommerferien eingeplant“, erklärt Bezirkssprecher Mike Schlink. Ursprünglich war eine frühere Öffnung vorgesehen.

Vor allem der lange, harte Winter hat den Zeitplan durcheinandergebracht. Das bestätigt auch Christoph Albrecht, Präsident von Komet Blankenese: „Ursprünglich sollte der Platz bereits im Mai wieder zur Verfügung stehen. Durch den harten Winter hat sich das verzögert.“ Gleichzeitig kritisiert er die Kommunikation: Konkrete Informationen zum Zeitplan seien für die Nutzer bislang rar.

Für die Vereine ist die Verzögerung mehr als nur ein organisatorisches Problem. Die Nachfrage nach Leichtathletik-Angeboten ist groß, doch Trainingsmöglichkeiten fehlen. „Wir haben gerade ein neues Lauf-Angebot gestartet, die Nachfrage ist hoch – aber wir wissen nicht genau, wann wir die Anlage nutzen können“, so Albrecht. Jetzt weichen die Läuferinnen und Läufer auf den Hirschpark und den Elbstrand aus.

Auch beim SV Blankenese blickt man mit gemischten Gefühlen auf die Situation. Clubmanager Jendrik Sembdner betont die Bedeutung der Sanierung: „Für uns bedeutet das sehr viel. Wir haben auf einmal sehr gute Trainingsbedingungen.“ In der Vergangenheit habe der schlechte Zustand sogar Mitglieder gekostet.

Ein Blick auf die Baustelle zeigt, wie sensibel die letzte Phase ist: Der frisch angesäte Rasen darf keinesfalls betreten werden. Immer wieder landen Fußbälle vom Training auf den benachbarten Fußballplätzen auf dem Feld – die Bauarbeiter reagieren gelassen und werfen sie zurück, achten aber streng darauf, dass niemand die jungen Halme beschädigt.

Die Kosten für die umfassende Modernisierung werden auf rund eine Million Euro geschätzt. Eine offizielle Bestätigung dieser Summe steht zwar aus, doch angesichts der vollständigen Erneuerung von Laufbahn, Entwässerung, Rasen und Leichtathletik-Anlagen gilt diese Größenordnung als realistisch.

Doch noch müssen die Vereinsmitglieder warten – zumindest bis die Sommerferien vorüber sind und die Anlage endgültig freigegeben wird. Erst dann wird sich zeigen, ob sich die lange Bauzeit für die Sportler am Dockenhuden ausgezahlt hat.