Blankenese (19. Dezember 2025, Konrad Matzen) · Am Donnerstagabend lag eine ungewöhnliche Spannung über dem Hamburger Westen. Über Blankenese war über längere Zeit das Kreisen eines Polizeihubschraubers zu sehen und deutlich zu hören. Zahlreiche Anwohnerinnen und Anwohner blickten in den Himmel und ahnten, dass sich in ihrer Nachbarschaft ein größerer Polizeieinsatz entwickelte.

Auslöser war der Einbruchsalarm eines Wohnhauses. Mehrere Funkstreifenwagenbesatzungen rückten umgehend an und stellten vor Ort fest, dass sich tatsächlich zwei verdächtige Personen im Inneren des Hauses aufhielten. Die Einsatzkräfte umstellten das Gebäude und forderten die Männer auf, es zu verlassen und sich der Polizei zu stellen.

Während einer der Verdächtigen, ein 52-jähriger Montenegriner, dieser Aufforderung nachkam und sich widerstandslos vorläufig festnehmen ließ, eskalierte die Situation für seinen mutmaßlichen Komplizen. Der 51-Jährige sprang plötzlich von einem rund drei Meter hohen Balkon und flüchtete zu Fuß in Richtung des Blankeneser Treppenviertels. Die Szene spielte sich in wenigen Sekunden ab – und markierte den Beginn einer groß angelegten Fahndung.

Unmittelbar nach der Flucht wurden umfangreiche Suchmaßnahmen eingeleitet. Neben zahlreichen Streifenwagen kam auch der Polizeihubschrauber „Libelle 2“ zum Einsatz, der über Blankenese und die angrenzenden Stadtteile kreiste. Für viele Anwohner wurde spätestens jetzt klar, dass „etwas im Gange“ war. Die Präsenz aus der Luft trug entscheidend dazu bei, den Flüchtigen wenig später im benachbarten Nienstedten aufzuspüren.

Dort nahmen die Einsatzkräfte den 51-jährigen Montenegriner vorläufig fest. Bei dem Sprung vom Balkon hatte er sich an der Hand verletzt und wurde vorsorglich von einer Rettungswagenbesatzung in ein Krankenhaus gebracht. Lebensgefahr bestand nach ersten Erkenntnissen nicht.

Die weiteren Ermittlungen in dem Fall werden vom Landeskriminalamt für spezielle Einbruchskriminalität (LKA 19, „Castle“) geführt. Nach Abschluss der erkennungsdienstlichen Maßnahmen sollen beide Männer dem Untersuchungsgefängnis zugeführt werden.