Im Elsa-Brändström-Haus in Hamburg treffen sich vom 31. Mai bis 3. Juni führende Wissenschaftler zur 43. Blankenese-Konferenz. Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr das Zusammenspiel von Gewebe und Immunsystem – ein Forschungsfeld, das zunehmend an Bedeutung gewinnt, wenn es um entzündliche Erkrankungen geht.

Denn Immunreaktionen entstehen nicht isoliert. Vielmehr stehen Immunzellen in ständigem Austausch mit Organen und Geweben. Gerät dieses fein abgestimmte System aus dem Gleichgewicht, können chronische Entzündungen und komplexe Krankheitsbilder entstehen. Genau hier setzt die Konferenz an: Sie will besser verstehen, wie diese Prozesse gesteuert werden – und wie sie sich therapeutisch beeinflussen lassen.

Das Programm bringt verschiedene Disziplinen zusammen, darunter Immunologie, Neurobiologie und Gewebeforschung. Ziel ist es, Grundlagenforschung und klinische Anwendungen enger zu verzahnen. Der Fokus liegt dabei auch auf sogenannten translationalen Ansätzen – also der Übertragung wissenschaftlicher Erkenntnisse in konkrete Behandlungsstrategien.

Organisiert wird die Konferenz von einem Team des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), darunter Prof. Dr. Lidia Bosurgi, Prof. Dr. Manuel Friese und Prof. Dr. Samuel Huber. Sie sehen die Veranstaltung als Plattform für den interdisziplinären Austausch und als Impulsgeber für neue Therapieansätze.

Die Blankenese-Konferenz selbst blickt auf eine lange Tradition zurück. 1979 von UKE-Wissenschaftlern gegründet, hat sie sich zu einem etablierten internationalen Forum für molekulare und translationale Medizin entwickelt. Seit 2024 wird sie gemeinsam mit der Hamburger Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung ausgerichtet, die sich der Förderung medizinischer Spitzenforschung verschrieben hat.

In diesem Jahr steht zudem ein Jubiläum im Raum: Die Jung-Stiftung feiert 50 Jahre Jung-Preis für Medizin. Zwei ausgezeichnete Wissenschaftler – Prof. Dr. Jens Brüning aus Köln und Prof. Dr. Hans Clevers aus Utrecht – präsentieren im Rahmen der Konferenz ihre aktuellen Forschungsergebnisse.

Damit wird Blankenese erneut zum Treffpunkt der internationalen Medizin – und zum Ort für die Suche nach Antworten auf einige der drängendsten Fragen moderner Gesundheitsforschung.