Blankenese (24. Februar 2026, Konrad Matzen) · Eine Demokratie lebt vom offenen Wort – und genau dieses stand im Mittelpunkt des Regionalfinales von Jugend debattiert, das am 12. Februar am Marion-Dönhoff-Gymnasium in Blankenese ausgetragen wurde. Schüler aus ganz Hamburg traten gegeneinander an, um in strukturierten Debatten ihre Argumentationskraft unter Beweis zu stellen und sich für das Landesfinale zu qualifizieren.

Eine Demokratie braucht Menschen, die kritische Fragen stellen. Menschen, die aufstehen, ihre Meinung sagen und sich mit den Meinungen anderer auseinandersetzen.“ Mit diesem programmatischen Anspruch wirbt der bundesweite Wettbewerb Jugend debattiert für eine lebendige Streitkultur. Seit seiner Gründung im Jahr 2001 fördert das Projekt die sprachliche und politische Bildung an Schulen und steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten.

Am 12. Februar 2026 richtete das MDG das Regionalfinale des Hamburger Verbunds „Tor zur Welt“ aus. Teilnehmer und Juroren aus dem gesamten Stadtgebiet kamen zusammen, um aktuelle Streitfragen kontrovers und zugleich sachlich zu erörtern. Der Spiegelsaal der Schule war eigens umgestaltet worden und bot eine ebenso feierliche wie konzentrierte Atmosphäre.

Bereits ab 8 Uhr sorgte die Klasse 9b für die Verpflegung der Gäste. Belegte Brötchen, Obst sowie Kaffee und Getränke schufen einen Raum für Austausch jenseits des Rednerpults. Parallel dazu wurde das Oberstufengebäude freigeräumt, um acht Debatten zeitgleich durchführen zu können – ein logistischer Kraftakt, der nur durch die Flexibilität des Kollegiums möglich wurde.

Ab 9.30 Uhr begann der Wettbewerb im klassischen Format von Jugend debattiert: Eröffnungsrunde, freie Aussprache, Schlussrunde. Diskutiert wurde unter anderem über insektenfreundliche Gärten, kostenloses WLAN auf öffentlichen Plätzen sowie die Veröffentlichung von Wahlumfragen vor Wahlen. Das Niveau war hoch, wie es einem Regionalfinale entspricht. Nach zwei Vorrundendebatten standen in beiden Altersgruppen jeweils vier Finalisten fest.

Die abschließenden Debatten fanden nach der Mittagspause erneut im Spiegelsaal statt. Die Moderation übernahm Jakob, der im vergangenen Jahr selbst am Bundesfinale teilgenommen hatte. Die Themen verlangten den Finalisten analytische Schärfe und gesellschaftspolitisches Urteilsvermögen ab: In Altersgruppe 1 ging es um die Frage, ob Künstliche Intelligenz im Abitur zugelassen werden soll. Altersgruppe 2 debattierte darüber, ob „Buy now, pay later“-Modelle verboten werden sollen.

Beide Finalrunden zeigten, worauf es bei Jugend debattiert ankommt: Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft. Für die Jury bedeutete dies eine anspruchsvolle Entscheidung über die Vertreter für das Landesfinale, das noch bis Mittwoch im Hamburger Rathaus stattfindet.